Anti-Terror-Demo in Rom: Schwache Beteiligung!
- Nur einige hundert Demonstranten sind aufgetaucht
- 60 Prozent der Italiener befürchten Anschlag
·Madrid-Terror
Bilder: Ist das der Drahtzieher?
·Paris im Visier
Terror-Drohungen gegen Frankreich!
·Krisen-Gipfel
Chirac: "Sind nicht sicher vor Terror"
·Gegen Terror
EU-Innenminister beraten am Freitag!
·Alarmstufe rot
Sprengstoffhunde am Wiener Airport!
·Madrid-Bomben
El Kaida bekennt sich zu Anschlägen
·Nach Wahl-Sieg
Spanien zieht Irak- Soldaten ab!
Die Beteiligung an der Anti-Terror-Demonstration in Rom, zu der die Oppositionsparteien, die Gewerkschaften und einige Regierungsparteien aufgerufen haben, lag am Donnerstag unter den Erwartungen. Lediglich einige hunderte Demonstranten nahmen an der Kundgebung auf dem Platz vor dem Kapitol, dem Sitz der römischen Stadtverwaltung, teil. Anwesend waren allerdings mehrere Spitzenpolitiker, darunter die Kammerpräsidenten Pier Ferdinando Casini und Marcello Pera sowie der Chef des Gewerkschaftsverbands Cisl, Savino Pezzotta, und Oppositionschef Francesco Rutelli.
"Man kann mit dem Terrorismus keine Kompromisse schließen. Man muss ihn ohne Zögern bekämpfen und die Verantwortung übernehmen", sagte Casini. Sein Kollege Pera drängte auf eine gesamteuropäische Strategie zu Bekämpfung des Terrorismus. Einige Pazifisten rollten Spruchbänder gegen die Regierung Berlusconi und für den Abzug der italienischen Truppen im Irak aus. "Eure Kriege, unsere Toten", war auf einem Spruchband zu lesen.
Die Demonstration hatte für Polemik in den Reihen der Mitte-Rechts-Koalition von Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gesorgt. Der Regierungschef hatte sich zwar bereit erklärt, die Großkundgebung gegen den Terrorismus zu unterstützen, doch die rechtspopulistische Lega Nord, drittstärkste Partei in Berlusconis Mitte-Rechts-Bündnis, weigerte sich wegen der Forderung der Opposition nach einem Abzug der italienischen Truppen aus dem Irak, sich der Demonstration mit der Linken anzuschließen.
Eine weitere Demonstration ist am kommenden Samstag geplant. Mit der Kundgebung wollen mehrere Linksparteien und Anti-Globalisierungs-Bewegungen den Abzug der rund 3.000 Soldaten fordern, die seit dem vergangenen Sommer im Süden des Irak stationiert sind. "Gegen den andauernden Krieg fordern wir die sofortige Heimkehr unserer Soldaten", sagte der Sprecher der italienischen Globalisierungskritiker, Francesco Caruso.
Die Angst vor einer Terrorgefahr wird in Italien immer akuter. 60 Prozent der Italiener befürchten Anschläge wie jene in Madrid, ging aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Explorer hervor. (apa/red)
