Mittwoch, 17. März 2004

Putsch vor Spanien-Wahl? Regisseur Almodóvar macht Gerücht publik

  • Volkspartei soll König zur Absage der Wahl gedrängt haben
  • Volkspartei weist Anschuldigung zurück, Wahlsieger Zapatero nimmt Aznar in Schutz

Der spanische Filmregisseur Pedro Almodovar hat Putschgerüchte publik gemacht, die vor den Parlamentswahlen in Spanien im Internet zirkuliert waren. "Die (konservative) Volkspartei (PP) soll in der Nacht zum Sonntag versucht haben, einen Staatsstreich anzuzetteln", sagte Spaniens erfolgreichster Filmemacher. Die PP weist die Gerüchte energisch zurück: "Lüge!" Auch Wahlsieger Zapatero nimmt den Polit-Gegner in Schutz: Anschuldigung ohne Grundlage.

Almodóvar: "Bisher ist es nur ein Gerücht. Aber wenn es sich bestätigen würde, wäre es furchtbar."

Die PP wies diese Spekulationen energisch zurück. "Dies ist eine riesige Lüge", betonte PP-Chef Mariano Rajoy. "Es ist eine Schande, dass ein Landsmann solche Behauptungen in die Welt setzt."

PSOE nimmt PP in Schutz
Der Sieger der spanischen Parlamentswahl, Sozialisten-Chef Jose Luis Rodriguez Zapatero, hat die Aussagen des Filmregisseurs Pedro Almodovar über angebliche Putsch-Absichten der konservativen Regierungspartei als "ohne die kleinste Grundlage" zurückgewiesen.

Rafael Hernando, Kommunikations-Koordinador der PP, forderte von Almodovar eine Entschuldigung. Es gehe nicht an, dass ein renommierter Regisseur aufgrund von Gerüchten derartige "infame" Aussagen in der Öffentlichkeit mache.

Almodovar bezog sich auf Gerüchte, wonach die PP König Juan Carlos dazu bewegen wollte, die Parlamentswahlen am Sonntag abzusagen und den Ausnahmezustand auszurufen.

Die Gerüchte waren bisher nur im Internet zirkuliert. Der Filmemacher griff sie bei der offiziellen Vorstellung seines neuen Streifens "La mala educación" (Die schlechte Erziehung) auf und sorgte dafür, dass sie an die Öffentlichkeit gelangten.
(apa)

17.3.2004 10:49