Montag, 15. März 2004

NASA-Astronomen begeistert: Neu entdeckter Himmelskörper

  • "Planeten-ähnliches Objekt" in 13 Mrd Kilometer Entfernung
  • Spektakulärster Fund seit Sichtung des Planeten Pluto 1930

Es ist der spektakulärste Fund in unserem Sonnensystem seit Sichtung des Planeten Pluto im Jahr 1930: US- Astronomen haben in 13 Milliarden Kilometer Entfernung von der Erde ein "Planeten-ähnliches Objekt" entdeckt, das etwa halb so groß wie unser Mond ist, wie die US-Weltraumbehörde NASA am Montag im kalifornischen Pasadena mitteilte.

Manche Experten sprechen bereits vom "zehnten Planeten" unseres Sonnensystems. Die US-Wissenschaftler tauften ihn "Sedna", nach der Meeres-Göttin des in der nordamerikanischen Arktis lebenden Inuit-Volks. Sedna ist der Himmelskörper innerhalb unseres Sonnensystems, der am weitesten von der Sonne entfernt ist.

Wie der Weltraumforscher Michael Brown vom California Institute of Technology sagte, hat das Objekt einen Durchmesser von zwischen 1300 und 1800 Kilometern. Es sei damit größer als ein Asteroid, aber kleiner als die bekannten Planeten unseres Sonnensystems. Brown sagte, eigentlich sei Sedna kein Planet, weil dafür seine Masse zu gering sei. Andererseits halte er aber auch Pluto nicht wirklich für einen Planeten.

Den Angaben zufolge ist Sedna innerhalb unseres Sonnensystems das kälteste Objekt. Seine Farbe sei rötlich, ähnlich wie der Mars. Von der Erde aus betrachtet, sei dieser Himmelskörper so winzig, "dass er sich komplett hinter einem Stecknadelkopf verstecken ließe", sagte Brown. Gesichtet wurde Sedna nach Angaben des Wissenschaftlers erstmals am vergangenen 14. November vom Teleskop Samuel Oschin des Observatoriums Paloma nahe San Diego in Südkalifornien. In den folgenden Tagen wurde der Himmelskörper auch von Astronomen in Chile, Spanien sowie in den US-Bundesstaaten Arizona und Hawaii gesichtet.

Unter den Astronomen ist nach der Entdeckung von Sedna die Debatte über die Eigenschaften von Planeten neu aufgeflammt. Einigkeit herrscht darüber, dass diese nicht von selbst leuchtende große Himmelskörper sind, die sich nach den Keplerschen Gesetzen elliptisch um die Sonne als Zentralgestirn bewegen. Die heute bekannten Planeten sind von der Sonne aus betrachtet Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Allgemein wird auch Pluto dazu gezählt. Allerdings gibt es 74 Jahre nach der Entdeckung noch immer Himmelsforscher, die Pluto den Status des Planeten nicht zubilligen wollen. Pluto weist einschließlich seines Mondes Charon nur gerade 0,3 Prozent der Erdmasse auf.

(apa)

15.3.2004 21:30