Rückkehr von Aristide: Ex-Haiti-Präsident wieder in der Karibik
- In Nachbarstaat Jamaika angekommen
- Powell besorgt: Aristides Anwesenheit könnte Lage komplizieren
·Neuer Premier
Latortue wurde in Haiti vereidigt
·Demos in Haiti
Tausende für Rück- kehr von Aristide
Zwei Wochen nach seiner Flucht ins afrikanische Exil ist der gestürzte haitianische Präsident Aristide am Montag in die Karibik zurückgekehrt. Die USA reagierten mit Besorgnis auf die Entwicklung. Verteidigungsminister Rumsfeld äußerte die Befürchtung, Aristides Anwesenheit im Nachbarstaat Jamaika könnte die Lage komplizieren.
Der haitianische Ministerpräsident Latortue sagte, allein die Nachricht von seiner Rückkehr in die Karibik habe zu einer Verschärfung der Spannungen in Port-au-Prince geführt. In der Hauptstadt wurde unterdessen ein US-Marineinfanterist angeschossen.
Aristide traf aus seinem Exil in der Zentralafrikanischen Republik kommend in Jamaika ein. Aristide, der am 29. Februar auf internationalen Druck zurückgetreten und nach Bangui geflogen war, bezeichnet sich weiter als rechtmäßiger Präsident Haitis. Vor seinem Abflug deutete er an, dass er den Gedanken an eine Rückkehr noch nicht aufgegeben habe.
Jamaikas Premierminister Patterson hat versichert, dass er Aristide ausschließlich aus "humanitären Gründen" einreisen lasse, bevor ein endgültiges Exil-Land außerhalb der Region für ihn gefunden werde. Aristide wolle unter anderem mit seinen in den USA lebenden Töchtern zusammentreffen. Er müsse sich jeglicher politischer Betätigung enthalten. Es wurden Spekulationen laut, Aristide könnte von Jamaika aus seine Rückkehr in das nur 160 Kilometer entfernte Haiti vorbereiten. Die USA fürchten, seine Rückkehr in die Karibik könnte der Gewalt in dem armen Inselstaat neuen Auftrieb geben.
Ministerpräsident Latortue berief den haitianischen Botschafter in Jamaika ab und legte die diplomatischen Beziehungen zu dem Nachbarstaat damit auf Eis. Er kündigte an, die Haltung seines Landes zur 15 Mitglieder zählenden Karibischen Gemeinschaft zu überprüfen. Die Karibische Gemeinschaft hat ihrerseits eine internationale Untersuchung der Umstände von Aristides Abreise gefordert.
Latortue kündigte für Dienstag die Vorstellung seines Kabinetts an. Die Regierungsmannschaft werde "das Fundament für die Demokratie legen, damit diese wachsen und erstarken kann", sagte Latortue.
(apa)
