"Öko-Reaktionäre und Tierschänder": Kritik am Tierschutzgesetz
- "profil": Philosoph Peter Sloterdijk greift Rauch-Kallat an
- Wahlsieg von Haider hat keine Bedeutung für Europa
In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" verurteilt der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk das in der Vorwoche vom Ministerrat verabschiedete bundeseinheitliche Tierschutzgesetz scharf.
Sloterdijk hält dieses "in der jetzigen Form für ein Debakel, weil es weit hinter den Standard zurückfällt, der in anderen Ländern bereits erreicht ist". Die Politiker, die dieses "miserable Gesetz" beschlossen hätten, liefen Gefahr "bereits in fünf Jahren als Öko-Reaktionäre und Tierschänder" dazustehen.
Besonders kritisch äußert sich der Philosoph, der von Bundeskanzler Schüssel schon mehrmals in politischen Fragen konsultiert wurde, zur zuständigen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat, mit der Sloterdijk vor kurzem ein Vier-Augen-Gespräch führte: "Sie war überhaupt nicht interessiert. Sie reagierte mit Phrasen." Rauch-Kallat, so Sloterdijk, sei "eine Spezialistin im Nicht-Hinhören, sozusagen ein politisches Brackwassergewächs, das genau weiß, was es heißt zuzumachen".
Den Wahlsieg Jörg Haiders in Kärnten sieht Sloterdijk als "schlagendes Beispiel für die aggressive Selbstprovinzialisierung, die man Populismus nennt". Im gesamtösterreichischen oder gar europäischen Kontext hält Sloterdijk Haider für ungefährlich: Er habe sich "durch seine ganze bisherige Karriere eindeutig für die Provinz qualifiziert".
