Samstag, 20. März 2004

Stichwahlen: Erstes Bürgermeisteramt für FPÖ in Salzburg

  • SPÖ verliert Bürgermeister in Mittersill an FPÖ und in Bad Gastein an ÖVP
  • Zum Teil überraschende Ergebnisse bei BGM-Stichwahlen in Tirol

In sieben der 119 Salzburger Gemeinden sind am Sonntag in Stichwahlen neue Bürgermeister ermittelt worden. Eine Sensation gab es dabei in Mittersill, wo FPÖ-Politiker Wolfgang Viertler zum neuen Ortschef gekürt wurde und der SPÖ die sei 40 Jahren rote Gemeinde abnahm.

Eine herbe Niederlage erlitten die Sozialdemokraten auch in Bad Gastein, wo sie ihren Bürgermeistersessel an VP-Mann Steinbauer abgeben musste. Trotzdem konnte die SPÖ insgesamt die Zahl ihrer Bürgermeister erhöhen.

Die ÖVP hat jetzt insgesamt 91 Bürgermeister-Sessel (bisher 98) errungen, die SPÖ 25 (bisher 21), zwei Bürgermeister gehören Namenslisten an und die FPÖ schaffte mit Viertler einen Ortschef. Erstmals in der Geschichte des Landes gibt es auch Bürgermeisterinnen - und zwar in Stuhlfelden und Lofer (jeweils ÖVP) sowie in Leogang (SPÖ).

Zum Teil überraschende Ergebnisse bei BGM-Stichwahlen in Tirol
Mit zum Teil überraschenden Ergebnissen sind am Sonntag mit den Bürgermeister-Stichwahlen die Tiroler Gemeinderatswahlen abgeschlossen worden. Lermoos im Außerfern stellt seit Sonntag nach Innsbruck (die Landeshauptstadt wählt erst 2006; Anm.) die zweite Frau Bürgermeister aller 279 Gemeinden. In Lienz (V) und Reutte (S) setzten sich die amtierenden Bürgermeister durch, Kitzbühel wird nach sechs Jahren wieder von einem VP-Ortschef regiert.

Maria Zwölfer (V) gewann in Lermoos überraschend gegen ihren älteren Bruder Karl Mott (V). 15 Stimmen entschieden dort die Wahl. Im Gemeinderat steht Zwölfer allerdings einer breiten Mehrheit gegenüber. Von den 13 Mandaten hatte sie vor 14 Tagen nur einen Sitz erobern können. Im Gemeindevorstand muss sie mit lediglich beratender Stimme regieren.

In den Bezirksstädten Lienz und Reutte gab es keine Überraschungen. Dort behaupteten sich die amtierenden Bürgermeister Johannes Hibler (V) und Helmut Wiesenegg (S). In Kitzbühel kam VP-Herausforderer Klaus Winkler gegen den aus der FPÖ ausgetretenen Horst Wendling auf 58,9 Prozent. In Hall, wo es im Wahlkampf zwischen den beiden VP-Kandidaten zuletzt um angeblich versprochene Laptops und kostenlose Anwaltsberatungsstunden gegangen war, gewann der amtierende Bürgermeister Leo Vonmetz mit fast 61 Prozent klar. (apa)

20.3.2004 22:04