Brand in Kunststoff-Firma bei Bregenz: Kein FCKW entstanden
- Fast halbe Million Euro Schaden
- Brandstiftung als Ursache denkbar
Nur knapp an einer Katastrophe vorbeigegangen sind in der Nacht auf Samstag die Böhler Kunststoff Recycling GmbH und benachbarte Unternehmen in Lauterach bei Bregenz. Das Großfeuer ist in einem Abfallcontainer vor dem Betriebsgebäude entstanden, Brandstiftung ist nach ersten Ermittlungen ebenso denkbar wie ein in den Abfall geworfener glühender Zigarettenstummel.
Geschäftsführer Peter Böhler schätzte den durch Versicherung gedeckten Sachschaden an Vorräten, Maschinen und Gebäuden auf 300.000 bis 500.000 Euro. Dazu kommen die vorläufig nur schwer abschätzbaren Folgen aus dem Betriebsausfall. "Jetzt müssen wir die Ärmel hochkrempeln, Montag früh fangen wir mit dem Aufräumen und Arbeiten wieder an", sagte im APA-Gespräch.
Böhler erzeugt Dachpfannen, Rasengittersteine und Rinnen aus Verpackungskunststoffen, die über den "Gelben Sack" oder die "Gelbe Tonne" gesammelt werden. Die Böhler-Baustoffe sind vom Energieinstitut Vorarlberg sogar in das "Herstellerverzeichnis ökologischer Bauprodukte" aufgenommen worden.
Besonderen Wert legte Böhler auf den Umstand, dass der Brand keine negativen Umweltauswirkungen hatte. "Wir setzen ausschließlich Kunststoffe auf Ölbasis ein, die bei hohen Temperaturen praktisch rückstandsfrei verbrennen". Insbesondere seien keine giftigen Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (FCKW) entstanden. Durch das mit großer Hitze wütende Feuer sei "die Umwelt nicht mehr beeinträchtigt worden, als wenn ein Holzhaus abgebrannt wäre", versicherte der Unternehmer.
Der Brand wurde am Freitag um 22.47 Uhr von einem vorbeifahrenden Autofahrer gemeldet. Das Feuer ist nach den bisher vorliegenden Informationen von Feuerwehr und Brandermittlern mit großer Sicherheit im Lager des Unternehmens entstanden und nicht in der Produktion, die ab 21.00 Uhr geschlossen war. Nach Böhlers Schätzung dürften etwa 400 Tonnen Kunststoff-Produkte zerstört worden sein. Ein Teil davon verbrannte ganz, der Rest der Produkte wurde unbrauchbar. Böhler: "Nachdem wir die Feuerwehr informiert hatten, mit welchen Materialien wir arbeiten, konnte sie ohne den zuvor eingesetzten schweren Atemschutz weiter arbeiten." (apa)
