Freitag, 19. März 2004

Extrem peinlich: Strasser hielt Spielfilm für Doku!

  • Minister: "Man sollte dem Regisseur gratulieren, ich wäre sehr dafür, dass der ORF das einmal zeigt."

Dass er in der Diskussion um eine verschärfte Videoüberwachung in Österreich einen isländischen Kurzfilm mit einer Dokumentation verwechselt hat, nimmt Innenminister Strasser demonstrativ gelassen. Man sollte dem Regisseur gratulieren, ich wäre sehr dafür, dass der ORF das einmal zeigt. Es sei immer gescheit, wenn man sich einen Film bis zum Ende anschaue, so Strasser weiter.

Strasser hatte Mittwoch bei einer Pressekonferenz erzählt, in Islands Hauptstadt Reykjavik würde die Polizei mit 400 Videokameras die Straßen überwachen, die Bilder seien live im TV zu sehen. Seine Quelle laut der Tageszeitung "Der Standard": Er habe eine Dokumentation auf Arte gesehen. Tatsächlich hatte es sich nach Recherchen der Zeitung dabei jedoch um den isländischen Kurzfilm "Citizen Cam" gehandelt. Weiters gebe es in der isländischen Hauptstadt nur 15 Überwachungskameras, deren Bilder nicht öffentlich übertragen werden.

Dass die größte isländischen Tageszeitung "Morgunbladid", die über den Irrtum berichtete, dabei aber nicht ein Bild von ihm, sondern des früheren ÖAMTC-Präsidenten Walter Melnitzky abdruckte, nimmt Strasser mit Humor: "Das ist mir lieber als die Situation, dass ich einmal mit einer oberösterreichischen Politikerin in einer oberösterreichischen Zeitung abgebildet war und der Bildtext war 'Der Minister Strasser mit Frau' und dieses Bild hat meine Schwiegermutter gesehen." (apa)

19.3.2004 15:32