Freitag, 19. März 2004

Schwerhörigkeit: Immer mehr österreichische Kinder betroffen

  • In Altergruppe bis 18 Jahre fast 1.700 Kinder mit angeborener Schwerhörigkeit
  • Über 12.000 Kinder und Jugendliche mit erworbenen Hörproblemen

Immer mehr Kinder und Jugendliche in Österreich leiden an Schwerhörigkeit. Auf 1.000 Neugeborene kommen ein bis drei Kinder mit angeborener Schwerhörigkeit. In der Altersgruppe bis 18 Jahre sind fast 1.700 Kinder betroffen. Dazu kommen durchschnittlich 2.500 Kinder und Jugendliche mit erworbener massiver und nochmals fast 10.000 mit leichter Schwerhörigkeit.

Früherkennung und die richtige Versorgung können helfen, bereits in jungen Jahren die Voraussetzung für die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeit zu legen, da ein vollständiges Hören entscheidend für die Entwicklung von Sprache und Schrift ist. Schon in der ersten Schwangerschaftswoche entwickelt sich das Ohr, ab der 26. Woche kann der Fötus bereits hören. Bei der Geburt ist die Entwicklung des Innenohres abgeschlossen. Die vollkommene Ausreifung der Hörbahn ist mit dem 15. Lebensjahr erreicht.

Eine entsprechende Untersuchung bei Babys ist ein wesentliches Instrumente für die rechtzeitige Erkennung von Schwerhörigkeit bei Kindern. Österreich ist hier europaweit führend, da es als einziges Land Hörscreenings verpflichtend im Mutter-Kind-Pass verankert hat. "Leider werden dennoch vielfach Hörprobleme erst sehr spät - im Alter von fünf bis sechs Jahren - erkannt, so dass große Nachteile bei der weiteren Lernentwicklung die Folge sein können", so Kunigunde Welzl- Müller von der Klinik für Hör-, Stimm- und Sprachstörungen in Innsbruck. Nachholbedarf sei auch in schulärztlichen Untersuchungen, wo ein Hörscreening derzeit nicht zwingend vorgesehen ist, gegeben.

Die Ursachen von Hörstörungen bei Neugeborenen und Säuglingen unterscheiden sich von denen bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, insbesondere auch in der Häufigkeitsverteilung. Die bereits bei der Geburt vorliegenden Formen der Schwerhörigkeit können genetisch bedingt sein, aber auch prä- oder postnatal erworben sein.

(apa)

19.3.2004 10:30