Großfeuer: Schilfbrand im Nationalpark Neusiedler See
- Abbrennen von Altschilf geriet außer Kontrolle
- Flammen loderten auf einem Kilometer Länge
In der Kernzone des Nationalparks Neusiedler See - Seewinkel brach Donnerstag Nachmittag ein gewaltiger Schilfbrand aus. Das Rohr brannte vor der Gemeinde Illmitz (Bezirk Neusiedl am See) auf einer Länge von über einem Kilometer. Bereits vor knapp einem Monat hatte ein Feuer im Nationalpark rund 100 Hektar Schilf vernichtet. Anders als zuletzt wurde der Brand diesmal nicht gelegt. Mitarbeiter der Biologischen Station waren mit Säuberungsarbeiten am Kanal durch Abbrennen der Böschung beschäftigt.
Der Kanal reicht von der Station bis zum See hinaus. Die Arbeiten geschahen bei vollkommener Windstille. Sie waren fast abgeschlossen, als sich ein leichter Südostwind hob und eine Stichflamme aus dem bereits abgebrannten Altschilf emporschoss. Der leichte Wind trieb das Feuer unaufhaltsam voran. Die Mitarbeiter der Station riefen sofort die Freiwillige Feuerwehr Illmitz zu Hilfe. Zwar gelang es nicht mehr, den Steg, der sich am Ende das Kanals befindet, zu retten. Die Flammen wurden jedoch vor einer kleinen Holzhütte gestoppt, in der eine Wetterstation untergebracht ist.
Daraufhin übersprang das Feuer einen nur wenige Meter breiten Weg und breitete sich weiter in Richtung See aus. Hier müsste es ausgehen, sollte sich der Wind nicht noch heftiger werden und drehen. Die Feuerwehr von Illmitz war mit 18 Mann im Einsatz und hielt Donnerstag Abend noch Brandwache.
Auch am Westufer des Neusiedler Sees kam es in den vergangenen Tagen zu Schilfbränden: Ein Feuer bei Mörbisch konnte Dienstag Nachmittag nach einigen Stunden unter Kontrolle gebracht werden. Bei Purbach hingegen, wo der Schilfgürtel ebenfalls Dienstag Nachmittag in Flammen stand, musste die Feuerwehr über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden immer wieder ausrücken.
