Mittwoch, 17. März 2004

Neuer Aufreger: LSF fordert Cannabis-Legalisierung

  • 40 illegale "Coffeeshops" in Wien
  • Legaler Zugang verhindere, dass Cannabis zur Einstiegsdroge werde

Das Liberale StudentInnen Forum (LSF) machte gegen die Prohibition von Cannabis mobil und forderte im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien einen legalen Zugang zu dem Rauschmittel. "Das könnte helfen, Jugendliche von Dealern und somit von harten Drogen fern zu halten", glaubt LSF-Bundessprecher Florian Schweitzer. Wenn Cannabis nicht mehr beim gleichen Händler wie etwa Kokain erhältlich sei, wäre es aus Sicht der Liberalen keine Einstiegsdroge mehr.

"In Wien gibt es mindestens 40 illegale Coffee-Shops, in denen weder Qualitätsstandards, noch Jugendschutz gewährleistet sind", so Schweitzer weiter. Die Polizei könne auf Grund der Größe und Komplexität des illegalen Cannabismarktes und wegen der Schwerpunktsetzung zur Bekämpfung harter Drogen das Angebot nicht regulieren. Schweitzer forderte außerdem die Einhebung von Steuern, die zweckgebunden für Suchtprävention und Information verwendet werden könnten.

"Es ist völlig utopisch, zu glauben, Cannabis aus irgendeiner europäischen Stadt zu verbannen", fuhr der Liberale fort. Die meisten Jugendlichen hielten diese Droge schon lange nicht mehr für gefährlicher als Alkohol. Wissenschaftliche Studien in anderen Ländern würden dies bestätigen.

Am vergangen Freitag hatte sich Schweitzer selbst wegen Besitz und Konsum von Cannabis angezeigt. "Wenn sich mehrere Hundert Leute selbst bezichtigen, würde die Polizei keine Anzeigen dieser Art mehr aufnehmen können", meinte er. (apa/red)

17.3.2004 16:43