Erschreckend: 160.000 sind in Österreich nicht krankenversichert!
- Mehr als die Hälfte der nicht Versicherten sind Asylwerber
- Zweitgrößte Gruppe sind Arbeitslose ohne Anspruch auf Leistung
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Zwei Prozent der österreichischen Bevölkerung über 15 Jahre oder 160.000 Menschen haben im Krankheitsfall keinen Versicherungsschutz. 98 Prozent waren indes 2003 krankenversichert. Das sind die neuesten, im Auftrag des Gesundheitsministeriums erhobenen Zahlen. Bis jetzt ging man immer davon aus, dass die Krankenversicherungsrate 99 Prozent beträgt.
Mehr als die Hälfte der nicht Versicherten sind Asylwerber ohne Bundesbetreuung, so Gesundheitsministerin Rauch-Kallat (V). Zwischen Abschluss des Asylverfahrens und der Aufnahme einer regulären Beschäftigung sind sie derzeit ohne Krankenversicherungsschutz. Die zweitgrößte Gruppe, ein Viertel, sind Arbeitslose ohne Anspruch auf eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung.
Sie verlieren den Versicherungsschutz, wenn sie etwa einen Termin beim AMS versäumen. Darum will Rauch-Kallat eine Informationsoffensive starten und mehr über den Verlust des Krankenversicherungsschutzes aufklären.
Fast ein Zehntel der nicht Versicherten sind Menschen, die illegal hier sind, sieben Prozent haben die Mitversicherung durch Tod des Partners oder der Eltern verloren. Fünf Prozent, die "sich nicht um eine Versicherung kümmern", sind laut Studie vor allem Studenten über 27 Jahre, deren Mitversicherung ausläuft. Zu je vier Prozent ohne Krankenschutz sind geringfügig Beschäftigte und Obdachlose. Sie wollen oder können sich die Beiträge nicht leisten.
Rauch-Kallat legt dazu morgen, Mittwoch, im Hauptausschuss des Nationalrats eine Verordnung vor, mit der ab 1. Mai 2004 "hilfs- und schutzbedürftige Asylwerber" in die Krankenversicherung einbezogen werden, Bund und Länder teilen ihre Beiträge 60 zu 40. Für atypisch Beschäftigte soll der Dienstleistungsscheck Abhilfe bringen und betroffene Jugendliche sollen Krankenhilfe der Länder bekommen, so Rauch-Kallat.
(apa)
