Montag, 15. März 2004

Positive Verkehrstoten-Bilanz: 2003 so wenige wie nie

  • ABER: 48 Prozent mehr getötete Kinder!
  • Anstieg auch bei Alko-Unfällen

Unterschiedliche Entwicklungen brachte die Verkehrsunfallstatistik 2003: Seit der Erhebung der Zahlen im Jahr 1961 habe es mit 931 Opfern noch nie so wenige Tote auf Österreichs Straßen gegeben, meldete die Statistik Austria am Montag. Deutlich schlechter fiel hingegen die Bilanz bei den getöteten Kindern aus: Im Vergleich zu 2002 starben um 48 Prozent (!) mehr.

Die Zahl der Todesopfer hat zwar um 2,6 Prozent abgenommen, das Ziel des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogramms sei jedoch noch nicht erreicht, betonte Verkehrsminister Gorbach. Die Richtung stimme, aber nicht die Geschwindigkeit. In dem Programm wurde festgelegt, die Zahl der Unfalltoten bis 2010 zu halbieren. Zudem sollten die Unfälle mit Personenschaden bis 20 Prozent reduziert werden.

Mehr Kinder getötet
"Absolut schlecht unterwegs" sei Österreich bei der Zahl der toten Kinder, so Gorbach: 37 verloren im Vorjahr im Straßenverkehr ihr Leben, 25 waren es noch im Jahr zuvor. Österreich falle damit vom siebenten auf den zwölften Platz im EU-Vergleich. Die Aufsichtspersonen legten offenbar wenig Wert auf Sicherheit: Jedes sechste Kind war in Österreich ungesichert, bis zu 80 Prozent der Kindersitze wurden außerdem nicht richtig benutzt.

Anstieg bei Alko-Unfällen
Einen "alarmierenden Anstieg" gab es laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit bei Alko-Unfällen: 2003 wurden dabei 4.020 Menschen verletzt, also um 119 mehr als im Jahr davor. 84 Menschen starben bei solchen Unfällen, wovon 57 Opfer selbst nicht alkoholisiert waren. Innenminister Strasser will hier eingreifen und kündigte neue "Vortestgeräte" für die Exekutive an, die "die Alkomaten ablösen sollen".

Die schlechteste Statistik im deutschsprachigen Raum hatte Österreich bei den Motorradunfällen vorzuweisen: Hier gab es im Vorjahr mit 109 Opfern ein Viertel mehr Tote als 2002.
(apa)

15.3.2004 14:30