Orange Wings Hotel: One-Man-Show mit Automaten!
- Neues Hotelkonzept sorgt für Aufsehen: Einchecken via Hotelomat, Zimmer in Modulbauweise!
·Die Bilder von Orange Wings!
So sieht's im Selbst-bedienungs-Hotel aus!
·The Cube
Sicher nix für Mama und Papa!
·Stilvoll!
Die besten, neuen Design-Hotels!
Der Gast geht zum Hotelomat und bucht am Touchscreen ein Zimmer für eine Nacht. Er wählt zwischen Appartement oder Zimmer, Nichtraucher oder behindertengerecht. Dann schiebt er seine Kreditkarte ein und bekommt den Meldezettel fix und fertig ausgedruckt. Die codierte Zutrittskarte für sein Zimmer wird ausgeworfen....
Zukunftsmusik? Das Hotel Orange Wings, das am 1. April in Wr. Neustadt eröffnet, funktioniert genau nach diesem Prinzip. Ein Orange-Wings-Pilotprojekt mit 42 Zimmern in Krems läuft bereits. "Mit diesem Konzept kommen wir den Wünschen des modernen Reisenden entgegen, der preiswert im Hotel wohnen möchte, verbunden mit höchstmöglicher Qualität", umreißt der niederösterreichische Unternehmer Reinhard List, der Eigentümer der Orange-Wings-Herbergen, sein Projekt.
Die innovative Idee daran: Die Hotels werden in Modulbauweise errichtet und sind nach zwei Monaten Bauzeit bezugsfertig. Vorproduzierte, komplett eingerichtete Zimmerelemente werden auf Tiefladern angeliefert und vor Ort zusammengebaut. Das Know-how kommt aus der Edlitzer Möbelproduktion der Firma List General Contractor, einem Ausstatter von Luxusyachten und Kreuzfahrtschiffen wie der "MS Deutschland" und von Hotels wie dem Kempinski in Moskau. In dem einstigen Tischlereibetrieb setzen Reinhard List und seine Brüder Manfred und Franz mittlerweile 80 Millionen Euro mit 250 Mitarbeitern um.
Die Baukosten betragen bei Orange Wings 35.000 Euro pro Zimmer - gut um die Hälfte weniger als bei anderen Hotels. Den pauschalen Übernachtungspreis hat List mit 42 Euro festgesetzt. Inkludiert ist die "Active Box": TV plus Internetzugang rund um die Uhr. Lediglich für das Frühstück sind fünf Euro Aufpreis zu bezahlen.
100 Hotels binnen drei Jahren geplant
"Wir wollen in erster Linie Gäste ansprechen, die längere Zeit an einem Ort bleiben müssen", erklärt List. Die 107 Zimmer in Wr. Neustadt sind zur Eröffnung schon zu 60 Prozent ausgelastet.
Neun Millionen Euro wurden in die ersten beiden Häuser investiert. Drei weitere Orange Wings Hotels in Österreich sollen noch heuer folgen. Binnen drei Jahren will List in Europa samt den neuen Beitrittsländern 100 Container-Hotels mit Franchisepartnern errichten. "Die Investitionen sind mäßig, und Personalkosten gibt es so gut wie keine." Bei 40 Zimmern ist nur ein fixer Mitarbeiter nötig. Ein angemieteter Putztrupp reinigt täglich die Zimmer und füllt die Snack- und Getränkeautomaten nach.
Anfragen hat List bereits von etlichen Sportgroßveranstaltungen und von diversen Bürgermeistern, die gerne ein Hotel im Ort hätten. Auch für Spitäler in der dritten Welt würde sich die Modulbauweise gut eignen.
Selbst will Reinhard List nicht allzu lange Hotels betreiben, sondern sich auf die Produktion der Zimmer-Bausteine beschränken. Gedanklich ist der Oldtimer-Fan längst beim nächsten Projekt: List errichtet in der Oststeiermark ein Luxushotel in englischem Stil - samt Reparaturwerkstätten für Oldtimer und einer Rennstrecke zum Testen der edlen Boliden.
(Aus FORMAT 11/2004)
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