Gute Zeiten für einen Spatenstich: Noch gibt es günstige Wohnbauförderung!
- Und Eurokredite kosten nur 3,25 Prozent!
- PLUS:Wohnbauförderungen im FORMAT-Überblick!
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Es geht um 2,5 Milliarden Euro im Jahr - kein Wunder, dass angesichts dieser Summe sofort die Begehrlichkeiten geweckt werden. Die Rede ist von der Wohnbauförderung, um die derzeit heftig im Rahmen des Finanzausgleichs gefeilscht wird...
Während Finanzminister Karl-Heinz Grasser das Volumen kräftig kürzen will und IHS-Chef Bernhard Felderer die gießkannenartige Förderung für "reine Geldverschwendung" hält, wollen die Länderchefs die publikumswirksame Bauförderung naturgemäß unangetastet lassen.
Staatliche Finanzspritze
Für gelernte Österreicher bedeutet dies: Besser wird es auf keinen Fall. Noch ist aber Zeit, die eigenen vier Wände mit staatlicher Unterstützung zu errichten oder zu sanieren. Tatsächlich bildet die staatliche Wohnbauförderung immer noch ein stabiles Fundament für fast jedes private Immobilienvorhaben. Die Zinszuschüsse sorgen für konkurrenzlos billiges Baugeld - wenn nicht das Geld überhaupt vom Land als nicht rückzahlbarer Zuschuss aufs Konto überwiesen wird. Die Einkommensgrenzen sind in der Praxis selten ein Problem, einige umweltfördernde Maßnahmen sind sogar - Beispiel Salzburg - ohne Gehaltszettelkontrolle abrufbar.
Das Geld liegt auf der Straße
Noch ist die Welt für Bauherren auch aus anderen Gründen heil. Wer jetzt sein Bauvorhaben startet, kann noch von den bestehenden Förderungen profitieren, auch wenn es angesichts der oft weitgehend ausgeschöpften Fördertöpfe schon zu einigen Wartezeiten kommen kann. Dafür ist aber bei den Banken und Bausparkassen umso mehr Geld vorhanden - und das drückt bekanntlich den Preis. So warten allein bei der Raiffeisen-Bausparkasse rund eine Milliarde Euro auf Kreditkunden. Ursache des Liquiditätsüberschusses: Während das Einlagengeschäft unverändert boomt, wechseln seit langem viele Bauherren bei anstehender Finanzierung die Währung und verschulden sich in Franken und Yen.
Unberechenbarer Yen
Dort ist das Geld zumindest auf den ersten Blick konkurrenzlos billig. So liegen die Drei-Monats-Zinsen im Franken derzeit bei 0,26 Prozent, im Yen sogar bei 0,05 Prozent. Einschließlich eines bankenüblichen Verdienstaufschlags von 1,25 Prozent zahlt der Endabnehmer also rund 1,5 Prozent - trägt dafür aber vor allem im Yen ein nicht unerhebliches Währungsrisiko.
So schwankte die japanische Währung in den vergangenen fünf Jahren gewaltig. Erst fiel die EU-Währung von 130 auf 90 Yen pro Euro. Das bedeutete im Extremfall, dass sich der individuelle Yen-Schuldenberg innerhalb von nur zwei Jahren um rund 40 Prozent erhöhte. Seit über drei Jahren hat sich zwar das Blatt zugunsten der österreichischen Schuldner gewendet. Trotzdem bleibt der Yen unberechenbar und ist derzeit hin- und hergerissen zwischen dem Aufwertungsdruck durch die florierenden japanischen Exporte und den milliardenschweren Deviseninterventionen der japanischen Notenbank, die den Kursanstieg vor allem im Verhältnis zum US-Dollar fast um jeden Preis bremsen will. Schon im Franken ist das Währungsrisiko erheblich geringer. Trotzdem gilt: Wer sich bisher bei den Eidgenossen verschuldete, könnte jetzt vorhandene Gewinne mitnehmen und mit relativ geringen Zinszuschlägen in den sicheren Hafen Euro wechseln.
3,25 Prozent sind nicht gleich 3,25 Prozent
Die österreichischen Banken werben derzeit fast unisono mit Hypotheken zum Kampfpreis von 3,25 Prozent. Allerdings ist dies oft nur ein Lockangebot für Einsteiger, falls der Zinssatz nur für ein Jahr fix garantiert ist. Nach Ablauf der Fixzinsbindung besteht zwar die Möglichkeit, eine weitere Fixzinsperiode zu der Kondition zu vereinbaren, die einem die Bank dann offeriert. Das Problem: Niemand kann sagen, wie hoch diese dann ist. Und bei einem Wechsel auf variable Konditionen ist selbst bei unveränderter Zinslage ein abrupter Sprung auf bis zu fünf Prozent programmiert. Tipp: Erkundigen Sie sich ganz genau, wie hoch derzeit der variable Zinssatz ist, der im Hintergrund auch bei einer Fixzinsbindung weiterläuft.
Transparente Euro-Kredite
Wesentlich transparenter sind Euro-Kredite, die auf einer klaren Euribor-Basis beruhen, bei der wie bei Fremdwährungskrediten eine auszuhandelnde Marge auf einen klar definierten Basiszinssatz aufgeschlagen wird. Dieser ist in der Regel der Drei-Monats-Euribor, der momentan bei 2,05 Prozent notiert. Erste-Privatkunden-Produktstratege Peter Bosek: "Euribor-Kredite für insgesamt rund 3,25 % sind durchaus realistisch."
Bausparzinsen im Tief
Wer ganz auf soliden Sockeln bauen will, zahlt für reine Bauspardarlehen ähnliche Raten. Raiffeisen-Bausparchef Erich Rainbacher: "In der 18-monatigen Zwischenfinanzierung verlangen wir 2,5 Prozent, in der anschließenden Darlehensphase aus heutiger Sicht 3,25 Prozent." Damit kosten 100.000 Euro Sofortdarlehen über 20 Jahre seit der jüngsten Zinssenkung im Februar nur noch 588 Euro Monatsrate - mit der Garantie, dass auch bei extremen Zinssteigerungen maximal 721 Euro verlangt werden können.
(Aus FORMAT 11/2004)
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