Mittwoch, 10. März 2004

Gabi Burgstaller: Die Frau, die zieht

  • Das Erfolgsrezept der SPÖ-Vorzeigefrau Gabi Burgstaller
  • Gabi Burgstaller über Pläne und ihr Vorbild für die Bundes-SPÖ

Gabi Burgstallers Weg zum roten Star. Wie sie Salzburg regieren will. Was Frauen zum Erfolg in der Politik führt. Was die SPÖ von ihr lernen kann. Kann Gusenbauer ihren Erfolg nutzen – oder bekommt er Konkurrenz?

Diese Frau hat ein sicheres Gespür für Symbole. Gabi Burgstaller wird die Landeshauptmannfotos in Salzburgs Schulen und Amtsräumen abhängen und mitnichten durch ihr eigenes Konterfei ersetzen lassen. Die erste Landeshauptfrau Österreichs (keine „Frau Landeshauptmann“ wie Steiermarks Waltraud Klasnic), meint lachend, ihr künftiger Finanzlandesrat Othmar Raus, „der den ‚Landeshauptfrau-Stellvertreter‘ noch nicht über die Lippen bringt“, werde das schon noch lernen.

Die erste Frau im Land wird aus ihrem coolen Büro in einem stillen vierten Stock in der Kaigasse in den fürsterzbischöflichen Chiemseehof übersiedeln und das sehr ländlich-biedere Ambiente etwas moderner gestalten. Nur kosten darf’s nicht viel, sagt Burgstaller. Sparen will sie bei den Repräsentationen und Ehrungen.

Und „selbstverständlich“, wenn der Schnee geschmolzen ist, so manchen Diensttermin wieder mit dem Fahrrad oder mit dem Zug wahrnehmen. Ganz nebenbei lässt sie fallen, dass sie längst auf die ihr zustehende Politikerpension verzichtet hat und ins ASVG-System gewechselt ist.

Das Land umgedreht. Solche Signale, plus ihre Wahlversprechen bezüglich Arbeitsplätzen, sozialer Gerechtigkeit und frischem Wind in Wirtschaft und Kultur, haben ihr im ÖVP-Kernland und der einstigen FPÖ-Hochburg den fulminanten Wahlsieg und 45,4 Prozent der Stimmen gebracht. Und ihr unermüdlicher Einsatz „vor Ort“, auch
in Gauen, von denen ihr manche Funktionäre sagten, sie solle sie „vergessen“, da sei für Sozialdemokraten nichts zu holen. Sonntagabend war der bis dahin tiefschwarze Lungau „umgedreht“. Das ist der Stoff, aus dem sozialdemokratische Träume sind.

Sonntagabend kannte der Jubel keine Grenzen. Im „republic“, dem früheren Stadtkinosaal, wurde bis in den nächsten Morgen gefeiert. Alte Weggefährten wie ihr Vorgänger und „Erfinder“ Gerhard Buchleitner („Sie war meine beste Entscheidung“), Mit-Wahlkämpfer wie Josef Broukal und Christoph Matznetter, überrundete Rekord-Wahlgewinner wie Oberösterreichs Erich Haider („Ich habe ihr für ihre plus 13,1 Prozent gern den Spitzenplatz abgetreten“) – und viele junge AnhängerInnen strahlten, tanzten und sangen: den Wahlkampfhit „Für Gabi tu ich alles“ oder die „Zuckerpuppe aus der Bauchtanztruppe“, aber da war die Wahlsiegerin zum Glück schon von der Bühne und mitten im Gewurl.

Die ganze Erfolgsstory lesen Sie im neuen NEWS
PLUS: Das Interview mit Gabi Burgstaller: „Sehnsucht nach frischem Wind“

10.3.2004 16:16