AWS: Trennung von Geschäftsführer Stierschneider fix
- Eigentümer geben grünes Licht für Ablöse des "FPÖ-Mannes"
- Grüne erheben Vorwurf der "Freunderlwirtschaft"
Die Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH (AWS) trennt sich von ihrem Geschäftsführer Franz Michael Stierschneider. Auf Empfehlung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Herbert Kofler hat der Eigentümervertreter, Finanzminister Karl-Heinz Grasser, in Absprache mit Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V), grünes Licht für die Auflösung des Dienstverhältnisses gegeben.
Das gab das AWS in einer Aussendung bekannt. Peter Takacs, AWS-Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsführung, bleibt in seiner Funktion.
Die Ablöse von Stierschneider, der als "FPÖ-Mann" in die AWS nominiert wurde, soll von deren Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Klagenfurter Universitätsprofessor Herbert Kofler vorgeschlagen worden sein, einem engen Vertrauten von Finanzminister Grasser.
Grüne sehen Freunderlwirtschaft
Nach der Besetzung des Geschäftsführerpostens mit Percifal Pachta-Rayhofen im Vorjahr, der nach kurzer Zeit abgesetzt wurde, folge nun das Debakel um seinen Nachfolger Stierschneider, stellt die Wirtschaftssprecherin der Grünen, Michaela Sburny, in einer Aussendung fest. "Die zweite Ablöse eines Geschäftsführers des AWS innerhalb eines Jahres ist ein Armutszeugnis für den zuständigen Finanzminister. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es bei der Besetzung der Geschäftsführer durch das Finanzministerium um reine Freunderlwirtschaft geht und nicht um Kompetenz", so Sburny.
Während das Verfahren von Pachta-Rayhofen vor dem Arbeitsgericht endete, wo er das AWS auf Auszahlung der kolportierten Summe von 650.000 Euro klagt (das Verfahren ist noch anhängig), werde sich offenbar auch Stierschneider einer einvernehmlichen Lösung verweigern, was wohl wiederum 650.000 Euro kosten könnte. "Diesen Kosten steht keinerlei Erfolg gegenüber. Im Gegenteil: Das Chaos im AWS setzt sich fort", so Sburny.
Ringen um Lösung
Nächste Woche werden Grasser und Bartenstein die Lösung für die Interimsgeschäftsführung vorlegen. Für Kofler ist damit die Grundlage geschaffen, die AWS auf der personellen Ebene in ein ruhigeres Fahrwasser zu steuern, um die Integration fortzusetzen und den Fusionsprozess mit verstärkter Kraft weiterzuführen.
"Obwohl die Handlungsfähigkeit zu jedem Zeitpunkt gegeben war und ist, bedeutet diese Entscheidung seitens des Eigentümers einen wichtigen Schritt. Die AWS ist ein zentrales wirtschaftspolitisches Instrument unseres Landes, das wesentlich zur Standortentwicklung Österreichs beiträgt", wird Kofler in der Aussendung zitiert.
In den nächsten Wochen werde Finanzminister Grasser dem Parlament einen Vorschlag zur Änderung des Garantiegesetzes vorlegen, der eine Möglichkeit zu einer flexibleren Handhabung der Förderungen für den Inlands-, Auslands- und den Kapitalgarantiebereich schafft.
(apa, red)
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