Trotz lebensgefährlicher Herzprobleme: Parmalat-Gründer Tanzi bliebt in U-Haft
- Ärzte: 3 schwere Herzprobleme in den vergangenen Wochen
- Sohn Stefano aus der Haft entlassen
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Der Richter blieb hart: Parmalat-Gründer Tanzi bleibt in U-Haft! Sohn Stefano wurde aus dem Gefängnis entlassen. Die Ärzte der Strafanstalt von Parma, in der sich der seit dem 27. Dezember inhaftierte Tanzi befindet, schlugen wegen des angeschlagenen Gesundheitszustands des Großindustriellen Alarm. Tanzi musste in den vergangenen Wochen drei Mal wegen Herzproblemen ins Spital. Der 65-jährige schwebe in Lebensgefahr, hieß es.
Der Enthaftungsantrag der Rechtsanwälte Tanzis wurde am Freitag vom Kassationsgericht in Rom abgelehn. Die Kassationsrichter gehen davon aus, dass Tanzi ins Ausland flüchten oder für die Untersuchung wichtige Beweise vernichten könnte, sollte er freigelassen werden.
Tanzis Rechtsanwälte hatten wiederholt hervorgehoben, dass der Gesundheitszustand des herzkranken Großindustriellen nicht mit dem Gefangenenstatus verträglich sei. Die Ärzte der Strafanstalt von Parma stellten eine Verschlechterung der Lage Tanzis fest. Der 65-jährige Tanzi schwebe in Lebensgefahr, berichtete das Wochenmagazin "Panorama" in seiner Freitag-Ausgabe unter Berufung auf Befunde der Ärzte des Gefängnisses von Parma.
Am Freitag wurde Tanzis Sohn Stefano, Ex-Chef des Parmalat eigenen Fußball-Erstligisten AC Parma, enthaftet. Der 35-Jährige war am 17. Februar festgenommen worden. Seine Schwester Francesca, die mit ihm verhaftet worden war, ist seit Montag wieder frei. Weitere zwei Parmalat-Manager wurden am Freitag unter Hausarrest gestellt.
Tanzi hatte Mitte Dezember die Führung seines Konzerns Bondi überlassen. Von der Parmalat-Pleite sind rund 100.000 Investoren betroffen. Parmalat ist in Österreich mit einer Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie an der NÖM beteiligt.
Die Ermittler arbeiten inzwischen pausenlos auf der Suche nach den enormen Summen, die Tanzi aus den Kassen seiner Firma unterschlagen haben soll. Am Donnerstag wurde ein Bankkonto eines Ex-Funktionärs der Bank of America, Luca Sala, mit vier Mio. Euro sichergestellt. Sala, der vor einem Jahr das amerikanische Geldhaus verlassen hatte und von Tanzi unter Vertrag gestellt worden war, befindet sich seit Wochen in Untersuchungshaft. Ihm werden unter anderem Geldwäsche und Kursmanipulationen vorgeworfen.
Der mit der Parmalat-Sanierung beauftragte Insolvenzverwalter, Enrico Bondi, hat mit der Veräußerung nicht strategischer Töchter des Milchmultis begonnen. Der Top Manager bekundete, den Turiner Schokoladenhersteller Streglio verkaufen zu wollen. Auch für die Tourismusaktivitäten Parmalats sowie für den Fußball-Erstligisten AC Parma wird nach einem Käufer gesucht. Bondi wird laut italienischen Medien der Regierung kommende Woche seinen Sanierungsplan für die konkursbedrohte Gruppe Parmalat vorlegen.
(apa)
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