Donnerstag, 11. März 2004

EZB-Monatsbericht: Zentralbank sieht Konjunkturerholung im Euroraum

  • Aussichten für stabiles Preisniveau sind günstig
  • Wifo-Konjunkturtest: Euro-Raum hinkt hinten nach

Die Europäische Zentralbank (EZB) geht weiter von einer allmählichen Konjunkturerholung in der Euro-Zone aus. Gleichzeitig bewertet sie die Aussichten für ihr oberstes Ziel, ein stabiles Preisniveau, als günstig. "Vor diesem Hintergrund ist der aktuelle geldpolitische Kurs weiterhin angemessen", heißt es im EZB-Märzbericht. Die Geldpolitik stütze die wirtschaftliche Erholung im Euroraum.

Die EZB hatte den Leitzins jüngst wie schon seit Juni 2003 unverändert bei 2,00 Prozent gelassen. Zinssenkungswünschen von Regierungen und an den Finanzmärkten hatte EZB-Präsident Trichet vergangene Woche eine Absage erteilt. Die Rufe nach niedrigeren Leitzinsen waren lauter geworden, weil der anhaltend hohe Euro-Kurs die Konjunktur belasten und die bereits rückläufige Inflation noch stärker dämpfen könnte.

"Sowohl binnen- als auch außenwirtschaftliche Faktoren geben Grund zu der Annahme, dass sich die Erholung im laufenden Jahr und darüber hinaus festigen wird", heißt es im Monatsbericht. Die Risiken für dieses Szenario seien weitgehend ausgewogen. Die Notenbank hat mit der Schwäche des Konsums im Euroraum allerdings einen neuen Risikofaktor ausgemacht.

Ein erneutes Überschreiten der EU-Defizitgrenze im kommenden Jahr befürchtet die EZB durch Deutschland, Frankreich und Portugal. "Die aktualisierten Stabilitätsprogramme der drei Länder, bei denen 2003 ein übermäßiges Defizit vorlag, geben Anlass zu Besorgnis", heißt es im Märzbericht der Zentralbank.

Die Konsolidierungsanstrengungen Deutschlands und Frankreichs seien bestenfalls das Mindestmaß des Akzeptablen. Portugal verlasse sich zu sehr auf temporäre Maßnahmen zum Abbau seines Defizits. (APA)

11.3.2004 14:47