Mittwoch, 10. März 2004

Stadion-Skandal: Alpine über Vorwürfe schockiert

  • Salzburger General-Unternehmer will mit Behörden kooperieren
  • Bestechungsskandal: 1860-Präsident legt Vereinsämter nieder

Im Bestechungsskandal um das neue Münchner Fußball-Stadion "Allianz-Arena" führt eine Spur nach Österreich. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft München soll das Salzburger Bauunternehmen Alpine mehr als 2,8 Millionen Euro Schmiergeld an 1860-München-Präsident Karl-Heinz Wildmoser und seinen Sohn gezahlt haben. Im Gegenzug hätten beide die Unternehmensgruppe beim Bauauftrag bevorzugt. Die Baufirma zeigt sich von den Vorwürfen "zutiefst schockiert".

Das Geld ist den bisherigen Informationen zufolge über einen Strohmann an die Wildmosers gegangen. Durch einen Tipp der Steuerfahndung sei der Bestechungsfall aufgeflogen.

"Wir sind über die erhobenen Vorwürfe zutiefst schockiert und bieten der Staatsanwaltschaft selbstverständlich volle Kooperation an", stellte Dietmar Aluta-Oltyan, Geschäftsführer der Alpine Mayreder BauGesmbH, am 10. März in einer Aussendung fest. Bei Alpine ist man überzeugt, "dass die eingeleitete Prüfung des Vergabeverfahrens nachweisen wird, dass weder Provisionen an den Bauherrn noch an dessen Organe bezahlt und auch nicht in den Preis eingerechnet wurden".

Wie diese Vorwürfe entstanden sind, kann sich Aluta nicht erklären, "da Alpine keinen wie auch immer gearteten Einfluss auf die Vergabe hatte". Darüber hinaus waren allein im Obergutachtergremium 17 Personen tätig. "Prüft man die Angebotsentwicklung, dann kann eindeutig nachgewiesen werden, dass weder der Auftraggeber geschädigt wurde, noch die Alpine einen überhöhten Preis verlangt hat. Wir haben den Zuschlag für dieses Projekt erhalten, da wir gemeinsam mit dem Architekturbüro Herzog - De Meuron aus Basel nicht nur ein einzigartiges Projekt vorlegen konnten, sondern auch ein äußerst kostengünstiges", so Aluta. (APA/Red.)

10.3.2004 14:56