Postbus-Verkauf: Teilprivatisierung verzögert sich weiter
- Gespräche mit EU erst Ende März, kein Zeitplan für Abschluss
- 12,7 Mio. Euro: ÖIAG verteidigt hohe Beratungskosten
·12,7 Mio. Euro
ÖIAG verteidigt Beratungskosten
Die Teilprivatisierung der Österreichischen Postbus AG verzögert sich weiter. Postbus-Chefin Wilhelmine Goldmann hatte zuletzt eine Entscheidung über eine Ausschreibung Ende Februar erwartet. Am 10. März bestätigte das Verkehrsministerium nun, dass erst Ende März mit der EU verhandelt werden soll, ob das zum Verkauf vorgesehene Postbus-Drittel europaweit ausgeschrieben werden muss oder nicht.
Bis wann der Teilverkauf über die Bühne gehen soll, darauf wollte sich das Ministerium nicht festlegen. Der Postbus-Eigentümer ÖBB hatte einen Abschluss des Teilverkaufs bis September dieses Jahres angepeilt. Am Mittwoch hieß es aus dem Postbus aber, es sei angesichts der Verzögerungen fraglich, ob der Verkauf überhaupt noch in diesem Jahr abgewickelt werden könne.
Anders sieht man das bei den möglichen Käufern. Robert Blagusz, Chef des gleichnamigen Busunternehmens, meinte am 10. März auf APA-Anfrage, die Privaten würden "alles tun, damit die Teilprivatisierung rasch erledigt wird".
26 Firmen mit Interesse an Postbus-Teilen
Offen ist allerdings noch, welche Postbus-Linien verkauft werden sollen. Laut Medienberichten gehen die Vorstellungen zwischen den potenziellen Käufern und dem Unternehmen Postbus weit auseinander. Blagusz betonte allerdings, dass die Privaten lediglich erste Wünsche deponiert hätten und noch zu weiteren Verhandlungen bereit seien. Am Donnerstag soll es ein Treffen der privaten Interessenten geben. Insgesamt haben 26 Unternehmen ihr Interesse an Postbus-Teilen deponiert.
Gewerkschaft protestiert gegen Teilverkauf
Widerstand gegen die geplante Teilprivatisierung kommt weiterhin vom Postbus-Betriebsrat. Neuen Druck zur Teilprivatisierung fürchtet die Gewerkschaft vor allem durch Verkehrsstaatssekretär Kukacka. Wie berichtet, könnte Kukackas Kabinettschef Bernhard Krumpel in den Postbus-Vorstand einziehen. (APA)
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