Empörung über UEFA-Entscheidung: Spanische Klubs mussten im Achtelfinale spielen
- Nach Terroranschlägen nur ein Sieg für spanisches Quartett
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Die Ergebnisse wurden zur Nebensache, der Ärger über die UEFA war dagegen groß: Die Empörung über die Entscheidung der Europäischen Fußball-Union, trotz der Terroranschläge in Madrid alle Achtelfinal-Hinspiele im UEFA-Cup durchzuführen, stieß europaweit auf Unverständnis. "Es war eine Schande, dass wir spielen mussten. Ich denke, die Entscheidung war entsetzlich", sagte der gebürtige Madrilene und Valencia-Trainer Rafael Benitez. Auch Roma-Coach Fabio Capello war verärgert. "Es waren nicht die richtigen Umstände, um Fußball zu spielen."
Dem Wunsch der spanischen Vereine auf Verlegung kam die UEFA nicht nach. In allen acht Stadien wurde den Opfern vor dem Anpfiff mit einer Schweigeminute gedacht. Die spanischen und einige andere Teams trugen Trauerflor. Banner mit spanischen Aufschriften wie (in Ankara) "Wir teilen Spaniens Trauer" wurden auf dem Rasen ausgebreitet.
Villareal besiegt AS Roma
Als einziges Team des spanischen Quartetts feierte Villarreal einen 2:0-Heimsieg über den italienischen Titelaspiranten AS Roma. "In der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht gespielt. In der zweiten Hälfte wurden es ein wenig besser", meinte Capello, der im Rückspiel auf seinen verletzungsbedingt fehlenden Topstar Francesco Totti hofft.
"Wollten nur, dass Spiel zu Ende ist"
Als ein Wechselbad der Gefühle bezeichnete Valencias Carlos Manchena die Partie bei Genclerbirligi . "Wir wollten nicht spielen, und das hat man auch an unserer Leistung gesehen. Wir wollten nur, dass das Spiel zu Ende ist", erklärte der Verteidiger die 0:1-Niederlage bei der türkischen Überraschungsmannschaft, die nach den Blackburn Rovers, Sporting Lissabon und Salzburg-Bezwinger AC Parma den vierten Hochkaräter aus dem Wettbewerb werfen will.
Niederlage auch für Barca
Auch der FC Barcelona vermochte den seit mittlerweile 74 Spielen vor eigenem Publikum ungeschlagenen schottischen Vizemeister Celtic Glasgow nicht zu besiegen und verlor im Celtic Park neben dem Spiel (0:1) auch noch Javier Saviola und Thiago Motta durch Rote Karten. Glasgows Torhüter Robert Douglas musste nach dem Gerangel mit Motta im Kabinengang ebenfalls frühzeitig vom Feld.
Debakel für mallorca
Mit Mallorca (1:4 in Newcastle) kassierte auch die dritte auswärts angetretene spanische Mannschaft eine Niederlage. Während die Robson-Elf bereits mit dem Viertelfinale planen darf, steht Premier-League-Rivale Liverpool nach dem 1:1 an der Anfield Road gegen Olympique Marseille mit dem Rücken zur Wand.
Freudengesänge der Mareille-Kicker
"Reds"-Coach Gerard Houllier störte weniger die enttäuschende Leistung seiner Spieler als die Jubelgesänge der Franzosen nach dem Schlusspfiff in der Kabine. "Sie glauben scheinbar, es ist schon vorbei. Jetzt weiß ich wenigstens was ich meinen Spielern in der Besprechung vor dem Rückmatch zu sagen habe", sagte der Franzose. Marseille-Betreuer Jose Anigo verstand die Aufregung seines Widerparts nicht. "Wenn wir uns über ein gutes Spiel freuen, singen wir eben. Tut mir Leid, dass wir nicht geweint haben."
Alle Ergebnisse
Girondins Bordeaux - FC Brügge 3:1 (0:0)
Genclerbirligi - FC Valencia 1:0 (1:0)
AJ Auxerre - PSV Eindhoven 1:1 (1:0)
Newcastle United - RCD Mallorca 4:1 (0:0)
FC Liverpool - Olympique Marseille 1:1 (0:0)
Celtic Glasgow - FC Barcelona 1:0 (0:0)
Benfica Lissabon - Inter Mailand 0:0
FC Villareal - AS Roma 2:0 (2:0)
Rückspiele am 25. März
So geht's weiter
Viertelfinale (8. und 14. April):
V1: Bordeaux/Brügge - Genglerbirligi/Valencia
V2: Liverpool/Marseille - Inter/Benfica
V3: Celtic/Barcelona - Villareal/Roma
V4: Auxerre/Eindhoven - Newcastle/Mallorca
Halbfinale (22. April und 6. Mai):
Sieger V4 - Sieger V2
Sieger V3 - Sieger V1
(apa/red)
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