Unantastbar: "Schwedenbombe" Pärson gehört die Zukunft
- 22-Jährige auf den Spuren von Wiberg und Stenmark
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Anja Pärson ist die zweite schwedische Gesamtsiegerin im Alpinen Ski-Weltcup nach Pernilla Wiberg 1997. Mit dem Gewinn der großen Kristallkugel erreichte der kometenhafte Aufstieg der jungen Schwedin einen weiteren Höhepunkt. 1999 avancierte sie in Mammoth Mountain mit 17 Jahren zu einer der jüngsten Siegerinnen eines Weltcuprennens. Fünf Jahre, zwei Weltmeistertitel und weitere 21 Siege später ist sie mit immer noch erst 22 Jahren erstmals auch die Beste im Weltcup.
Auch wenn fehlende, weil verletzte, Konkurrenz ihr das erstmals mit Starts in Speed-Bewerben unterstützte Unternehmen sicher erleichtert haben, allein die elf Saisonsiege in Slalom (6) und Riesentorlauf (5) machen Pärson zu einer würdigen Gesamtsiegerin. Und wenn sie in Abfahrt und Super G noch besser wird, hält sie nicht nur die heuer knapp unterlegene Renate Götschl für eine künftige "Bank". Der große Ingemar Stenmark, Landsmann und Nachbar der Pärsons in Tärnaby, traut Anja sogar zu, seinen Rekord von 86 Weltcupsiegen auszulöschen.
Wie Hermann Maier seinen vierten, stellte auch Pärson den ersten Weltcup-Gesamtsieg über ihre bisherigen Weltmeistertitel im Slalom (2001 St. Anton) und Riesentorlauf (St. Moritz 2003). "Es hat mich ziemlich viel Mut gekostet, in den Speed-Bewerben überhaupt zu starten. Deshalb bin ich so besonders stolz", erklärte die wie Wiberg längst in Monaco lebende Euro-Millionärin, die in dieser Saison punkto Weltcup-Preisgeld auch alle Männer gestaubt hat.
Nervenzerfetzendes Duell mit Götschl
Im ersten Moment sei sie freilich mehr erleichtert als glücklich gewesen, gestand Pärson. Das monatelange Match mit der routinierten Götschl - mit einer (verletzungsbedingten) Ausnahme seit 1999 im Weltcup stets in den Top Drei - hatte deutliche Spuren hinterlassen.
"Die ständige Punktezählerei war doch ziemlich anstrengend und es war schwer, konzentriert Rennen zu fahren", betonte Pärson, die am Saisonende Nerven gezeigt hatte. "In Sestriere war ich so nervös, dass ich im ersten Slalom-Durchgang meine ganze Technik verloren habe. Erst als ich wieder die Jägerin war, ging es."
Platz sechs im letzten Slalom reichte letztlich, um sich erstmals die große Kristallkugel zu sichern. Einen Tag später krönte sie die Saison mit dem Sieg im Riesentorlauf, dem letzten Saisonrennen. Mit Anja feierten Trainer-Vater Anders ("Anja war erst einige Monate alt, da wusste ich schon, dass sie etwas Besonderes wird") und Mutter Madeleine. Und sollte Anja einmal ihren Langzeit-Freund Björn auch ehelichen wollen, braucht sie sich nicht viel umstellen. Der heißt nämlich mit Nachnamen Persson.
(apa/red)
