Slalom-WC: Schönfelder sichert sich die Kristallkugel!
- Palander gewinnt Saisonfinale vor Schönfelder und Pranger
·Bravo Hermann Maier & Co.!
Gratulieren Sie hier unseren Ski-Stars!
·Der Weltcup - die Saison 2003/04
Alle Tabellen & Stände im Überblick
·Ski-Diskussion: Ihre
Meinung ist gefragt!
MITREDEN: Schladming bekommt WM 2011 nicht
Auch am letzten Tag des alpinen Ski-Weltcups 2003/2004 hat es in Sestriere einen ÖSV-Triumph zu feiern gegeben. Den elften und letzten Slalom der Saison gewann zwar der Finne Kalle Palander (1:49,67 Minuten), der Kärntner Rainer Schönfelder krönte sich jedoch mit Rang zwei (+0,05 Sekunden) zum ersten Mal in seiner Karriere zum Slalom-Weltcup-Sieger.
Schönfelder, der in der Endwertung 35 Punkte Vorsprung auf Palander aufwies, sorgte für die erste österreichische Slalom-Kristallkugel seit 2001, als Benjamin Raich diese Spezialwertung gewonnen hatte.
"Ein großartiges, herrliches Gefühl", frohlockte "Schöni" mit der frisch gewonnen Kugel in den Händen. "Mein großes Plus war die Konstanz, auf die ich lange hingearbeitet habe", betonte der "Petzenbär", der einen Saison-Slalom gewann (Adelboden) und weitere vier Mal auf dem Podest landete. "Wenn du diese Kugel gewinnen willst, musst du alles können. Wir haben stets bei wechselnden Bedingungen trainiert, das ist mir zu Gute gekommen."
Ärger bei den Finnen
Ein wenig getrübt wurde die ÖSV-Freude vom Ärger der Finnen. Die Skandinavier unter dem Tiroler Trainer Christian Leitner legen nämlich Beschwerde beim Obersten Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne ein, da beim viel diskutierten Slalom in Park City die Disqualifikation von Schönfelder aufgehoben worden war. Der Bleiburger hatte im ersten Saison-Slalom nach einer Behinderung durch einen Pistenarbeiter trotz Ausscheidens noch einmal starten dürfen und holte mit Rang zwei hinter Palander wertvolle 80 Punkte, die im Endeffekt den Weltcup entschieden haben.
"Wollen wir die nächsten zehn, 15 Jahre darüber diskutieren? Das war eine Entscheidung und damit hat es sich. Das interessiert mich nicht mehr", meinte Schönfelder ein wenig sauer, ließ sich aber trotzdem nicht die Freude über seinen Triumph nehmen. Zur Beschwerde der Finnen meinte der 26-Jährige: "Das wird schön langsam lächerlich, ich habe die Kugel ja nicht geschenkt bekommen. Ich glaube kaum, dass damit dem Skisport geholfen wird."
Palander als "moralischer" Sieger
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Entscheidung der FIS aufgehoben wird", glaubt auch Slalom-Coach Gert Ehn. Und selbst der finnische Coach Leitner, der kommende Saison eventuell in der Schweiz arbeiten wird, gibt der Beschwerde keine Chance: "Was will denn Finnland gegen die FIS und Österreich ausrichten?" Für Leitner ist Palander, der vier Saison-Slaloms gewonnen hat, der "moralische Weltcupsieger": "Er war der beste Slalom-Fahrer der Saison und hat die Antwort heute auf der Piste gegeben", sagte der Kitzbüheler über den Sieger von zehn Weltcup-Rennen (acht Slaloms, zwei Riesentorläufe).
Auch FIS-Präsident Gian-Franco Kasper meldete sich zu dieser Thematik zu Wort. "Ich habe große Zweifel, ob das etwas bringt. Alles was der Vorstand tun könnte, wäre das Rennen komplett zu annullieren
- und das würde keinem etwas bringen. Ich glaube aber ohnehin, dass sich die Gemüter bald beruhigen werden."
Pranger nach Halbzeitführung Dritter
Der tragische Held des letzten Saisontages war einmal mehr der Tiroler Manfred Pranger, der mit 0,15 Sekunden Rückstand auf Palander Rang drei belegte. Der Wipptaler war bereits zum vierten Mal in dieser Saison als Halbzeit-Leader ins Finale gegangen, auf den ersten Sieg seiner Karriere wartet er aber nach wie vor. In Madonna und nun in Sestriere rutschte Pranger jeweils auf Rang drei zurück, in Adelboden und Kranjska Gora war der Mann aus Gschnitz jeweils ausgeschieden.
"Knapp daneben ist auch vorbei", meinte Pranger, bei dem trotz allem die Freude überwog. "Dieser Podestplatz war enorm wichtig für den Sommer, der gibt mir die nötige Motivation für das harte Training."
(apa/red)
