Freitag, 12. März 2004

Sestriere-Slalom: Schild holt sich Premieren-Sieg!

  • Pärson gewinnt den Gesamt-Weltcup, Götschl weit zurück
  • PLUS: Alle Infos zur Weltcup-Saison 2003/04!

Im letzten Saisonslalom hat sich Marlies Schild ihren ersten Weltcupsieg geholt. Die 22-jährige Vizeweltmeisterin aus Saalfelden gewann beim Finale in Sestriere vor Sarah Schleper (USA) und Tanja Poutiainen (FIN) ein denkwürdiges Rennen. Denn als Sechste sicherte sich die gleichaltrige Anja Pärson vorzeitig den Sieg im Gesamt-Weltcup.

Götschl selbst wurde im Slalom 24. und Letzte und stürmte nach dem zweiten Durchgang stinksauer aus dem Zielraum zum Riesentorlauf-Training. Die Steirerin hatte im Slalom gar nicht starten wollen, um ihre Minichance eventuell mit einem guten Riesentorlauf zu wahren. Sie war am Vorabend aber von der ÖSV-Teamführung "umgestimmt" worden.

"Man muss jede Chance nützen. Allein das Antreten von Renate hat bei Pärson im ersten Durchgang Nervenflattern erzeugt", verteidigte Alpinchef Hans Pum die Entscheidung. Götschl sah es etwas anders. Vor allem dass sie - bereits aussichtslos zurück - auch noch den zweiten Slalom-Durchgang fahren musste, machte sie wütend. "Wie sinnvoll das war, muss man andere fragen", meinte Götschl.

Premierensieg für Schild
Der Sieg von Marlies Schild sorgte aber trotzdem für beste Stimmung im ÖSV-Damenteam. Nur fünf Wochen nach ihrer bereits sechsten Knie-Operation behielt die sympathische Salzburgerin endlich auch einmal im zweiten Durchgang die Nerven und brachte bei Nebel und Schneetreiben ihre Halbzeitführung ins Ziel. "Ich bin überglücklich, dass es mit dem ersten Sieg doch noch in dieser Saison geklappt hat", frohlockte Schild.

Die WM-Zweite von St. Moritz 2003 hatte heuer schon mehrmals gute Ausgangspositionen vergeben. "Ich weiß eh schon länger, dass ich es drauf habe. Bisher war ich im zweiten Durchgang aber stets zu verkrampft", gab sie zu. "Aber heute ist es mir endlich gelungen, mich nur auf den Kurs zu konzentrieren und nicht an den möglichen Sieg zu denken. Es hat endlich geklappt", jubelte Schild, die in der Slalomwertung noch auf Platz zwei hinter Pärson landete, den ÖSV-Damen den zehnten Saisonsieg und 41 Podestplatz (Rekord!) bescherte.

Schild gelang damit, was auch Elisabeth Görgl (8.) gerne geschafft hätte. Sabine Egger wurde 16., Junioren-Weltmeistern Kathrin Zettel gelang als 18. ein gutes Weltcup-Debüt. In der kommenden Saison hat die 17-jährige Weltcup-Fixplätze in Slalom und Riesentorlauf.

Gesamt-Weltcup an Pärson
Anja Pärson hatte im ersten Durchgang tatsächlich Nerven gezeigt, war als 16. sogar außerhalb der Punkteränge gelegen. Dann zeigte die 22-jährige aus dem Stenmark-Ort Tärnaby mit Laufbestzeit aber noch einmal ihre große Slalomklasse.

Und als sie ausgerechnet nach der Zielankunft ihrer Landsfrau Therese Borssen als Weltcupsiegerin feststand, knallten im Ziel die Champagnerkorken. "Jetzt bin ich um 20 Kilo leichter", atmete Pärson tief durch. Sie ist die zweite Weltcup-Gesamtsiegerin aus Schweden nach Pernilla Wiberg 1997.

(apa/red)

12.3.2004 14:28