Freitag, 12. März 2004

Weltcup-Sieger: Maier gewinnt nach Rennabbruch!

  • Heftiger Nebel kürt den "Herminator" zum Weltcupsieger
  • BILDER: So freut sich Hermann Maier über die Kristallkugel!

Hermann Maier hat am völlig chaotischen Weltcup-Tag in Sestriere zum vierten Mal in seiner Karriere den Gesamt-Weltcup gewonnen. Bei Schneefall und dichtem Nebel musste der Riesentorlauf in Sestriere im zweiten Durchgang abgebrochen werden. Da das Rennen auch nicht nachgeholt wird, gehört die "Große Kristallkugel" dem "Herminator". Stephan Eberharter hätte zwar mit 42 Punkten Rückstand auf Maier noch theoretische Chancen, der Zillertaler verzichtet jedoch auf einen Start im Torlauf.

Kurz vor 15:45 Uhr war es am Samstag so weit: Die Jury des Internationalen Skiverbandes (FIS) beendete im Zielraum nach mehr als 30 Minuten Beratungszeit ihre Sitzung und erklärte den Riesentorlauf auf Grund der schlechten Wetterprognosen für "ersatzlos gestrichen" und Maier somit zum Weltcup-Triumphator.

Vor allem für Benjamin Raich eine ganz bittere Pille, denn der Pitztaler, der noch theoretische Chancen auf den Sieg im Gesamt-Weltcup gehabt hatte, war nach dem ersten Durchgang mit 0,99 Sekunden Vorsprung auf Kalle Palander in Führung gelegen.

"Das ist natürlich schade für mich, aber was soll man gegen das Wetter machen. Das ist halt so", meinte ein verständlicherweise deprimierter Raich. Im zweiten Durchgang - der nach 45-minütiger Verschiebung auf verkürzter Strecke gestartet worden war - schafften es nur noch die ersten neun Läufer ins Ziel.

Nachdem vor allem der Norweger Aksel Lund Svindal bei irregulären Verhältnissen ins Rennen geschickt worden war, entschied sich die Jury für eine Unterbrechung, die knapp drei Stunden später zur Absage wurde.

Dumm gelaufen für Benni
ÖSV-Herren-Chef Toni Giger fühlte vor allem mit Benni Raich mit ("Das ist wirklich dumm für ihn gelaufen"), "der zweite Lauf war aber einfach nicht zu fahren". Vor Weltcup-Sieger Maier, dessen Eltern im klirrend kalten Zielraum stundenlang der Entscheidung entgegenfieberten, zog Giger den Hut: "Unglaublich, damit konnte vor der Saison keiner rechnen. Eine sensationelle Leistung."

Einen weiteren Nebeneffekt hatte die Absage auf die Entscheidung im Riesentorlauf-Weltcup. Nutznießer war vor allem Bode Miller, dessen Ausfall im ersten Durchgang damit ohne Folgen blieb. Neben Raich war Palander der zweite große Verlierer - der Finne beendete den RTL-Weltcup mit 61 Punkten Rückstand auf Miller an zweiter Stelle.

Damit bleibt es dabei, dass der Weltcup zum bisher letzten Mal 1999 im letzten Rennen der Saison entschieden wurde. Damals matchten sich die beiden Norweger Kjetil Andre Aamodt und Lasse Kjus um die große Kristallkugel, nach dem abschließenden Riesentorlauf in der Sierra Nevada lag Kjus dann 23 Punkte vor Aamodt.

(apa/red)

12.3.2004 14:21