Mittwoch, 10. März 2004

Weltcup-Krimi: Rahlves siegt, Steff 3.

  • Rahlves siegte im Hundertstel-Krimi von Sestriere vor Fritz Strobl und Stephan Eberharter
  • PLUS: Alles über die Weltcup-Saison 2003/04!

Daron Rahlves hat am Mittwoch zum Auftakt des alpinen Ski-Weltcup-Finales in Sestriere den sechsten Abfahrts-Triumph seiner Karriere gefeiert. Der US-Amerikaner setzte sich in Italien in einem Hundertstelkrimi durch, in dem die Top Fünf nur durch 0,24 Sekunden getrennt waren. Der 30-Jährige Super-G-Weltmeister von 2001 verwies in 1:51,88 Minuten den Kärntner Fritz Strobl (+0,10) und den Tiroler Abfahrts-Weltcup-Sieger Stephan Eberharter (0,13) auf die Plätze, auf den Rängen vier und fünf folgten der Schweizer Ambrosi Hoffmann (0,18) sowie Abfahrts-Weltmeister Michael Walchhofer (0,24).

Dabei wäre für Eberharter sogar noch mehr möglich gewesen. "Schade. Ich bin nur 13 Hundertstel hinten, habe aber 40 Punkte verloren", rechnete Eberharter, der mit der "Kleinen Kristallkugel" und dem Abfahrts-Triumph in Kitzbühel seine beiden großen Saisonziele längst erreicht hat. "Die Chance auf den Gesamt-Weltcup lebt. Ich habe aber während der Saison nie daran gedacht, das ist mein Vorteil", so der 34-Jährige, der in der Materialwahl - Eberharters Servicemann entschied sich erst zwei Minuten vor dem Start für den richtigen Ski - wesentlich mehr Glück als Maier hatte. "Vielleicht bin ich ja doch ein abgebrühter Hund", meinte Eberharter augenzwinkernd.

Während "Steff" lachen konnte und Rahlves mit seinem siebenten Weltcup-Sieg (sechs Abfahrten, ein Super G) die Spezial-Wertung auf Rang zwei hinter Eberharter beendete, im Gesamt-Weltcup auf Rang fünf kletterte und überglücklich war, war Hermann Maier am Mittwoch fuchsteufelswild: "Ärger kann man sich in der Skiwahl gar nicht vergreifen", schimpfte der "Herminator" tief enttäuscht. "Ein Weltcup-Finale hat eben ganz eigene Gesetze", meinte Herren-Cheftrainer Toni Giger.

Fritz Strobl fuhr in Sestriere bereits seinen dritten zweiten Platz in dieser Saison ein. Diesmal fehlten 0,10 Sekunden, in Garmisch und Kvitfjell war Strobl ebenfalls jeweils nur um einen Wimpernschlag (0,09 Sek. in Garmisch und 0,04 Sek. in Kvitfjell) an Sieger Eberharter gescheitert. "Wenn ich nächste Saison ähnlich gut fahre, kann es durchaus sein, dass ich vielleicht einmal um eine Hundertstel vorne bin", erklärte der Olympiasieger, der langsam aber sicher "Hundertstel-Hansi" Knauß Konkurrenz macht. Benni Raich war hingegen im Abfahrts-Finale chancenlos und blieb als 24. ohne Punkte. "Aufgegeben wird aber noch lange nicht", zeigte sich der 26-Jährige kämpferisch.

Obwohl Rahlves in Sestriere gewann, war es einmal mehr eine Abfahrtssaison nach rot-weiß-rotem Geschmack: Österreich gewann sieben der zwölf Abfahrten und brachte mit Eberharter (1.), Maier (3.), Strobl (4.), Walchhofer (5.) und Hans Knauß (6.) fünf Athleten unter die Top-6 der Disziplinenwertung, lediglich Rahlves funkte als Zweitplatzierter dazwischen.

Ergebnisse der Herren-Abfahrt in Sestriere:
1.Daron RahlvesUSA1:51,88 Min.
2.Fritz StroblAUT+0,10 Sek.
3.Stephan EberharterAUT+0,13
4.Ambrosi HoffmannSUI+0,18
5.Michael WalchhoferAUT+0,24
6.Alessandro FattoriITA+0,74
7.Bruno KernenSUI+0,96
8.Antoine DeneriazFRA+0,97
9.Bjarne SolbakkenNOR+1,11
10.Klaus KröllAUT+1,18
11.Andreas SchiffererAUT+1,26
12.Didier CucheSUI+1,29
13.Christoph GruberAUT+1,38
14.Didier DefagoSUI+1,46
15.Johann GruggerAUT+1,56
16.Kristian GhedinaITA+1,65
17.Hans KnaußAUT+1,73
18.Hermann MaierAUT+2,08
19.Hannes TrinklAUT+2,10
20.Roland FischnallerITA+2,15
21.Patrik JärbynSWE+2,21
22.Bode MillerUSA+2,24
23.Paul AccolaSUI+2,64
24.Benjamin RaichAUT+3,25
25.Marco BüchelLIE+3,58
26.Romed BaumannAUT+4,58
27.Giorgio RoccaITA+6,59

Das weitere Programm in Sestriere
Donnerstag, 11.3.:
Super G Herren (9.30)

Super G Damen (12.30)
Freitag, 12.3.:
Reservetag
Samstag, 13.3.:
Slalom Damen (9.30/11.30)

Riesentorlauf Herren (10.00/12.30)
Sonntag, 14.3.:
Slalom Herren (9.30/11.30)

Riesentorlauf Damen (10.00/12.30)

(apa/red)

10.3.2004 16:07