Mittwoch, 10. März 2004

Herminator erwischte bei Abfahrt falschen Schi: "Ein fataler Fehler"

  • Servicemann Edi Unterberger: "Keine Experimente mehr"
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Nach seinem enttäuschenden 18. Rang in der Sestriere-Abfahrt zeigte sich der Herminator am Mittwoch verärgert und enttäuscht wie selten zuvor. "Wir haben die völlig falsche Skiwahl getroffen. Ein fataler Fehler, eine Katastrophe, da werden wir sicher ein ernstes Wort reden müssen", erklärte der Salzburger, der ohne Punktzuwachs blieb und im Gesamt-Weltcup nur noch 22 Punkte vor Stephan Eberharter liegt. Punkto Gesamt-Weltcup meinte Maier fast resignierend: "Der Zug dürfte ziemlich abgefahren sein."

Bereits im ersten und einzigen Training am Dienstag war Maier mit der "Kandahar-Strecke" mehr schlecht als recht zurecht gekommen. Gemeinsam mit seinem Servicemann Edi Unterberger und seinem Coach Andreas Evers pokerte und riskierte der 31-Jährige dann am Renntag bei der Atomic-Skiwahl - und verlor. "Das ist nicht nur für mich, sondern auch für die Firma eine Niederlage", so der aufgebrachte "Herminator", der auch das fehlende zweite Training auf dieser selektiven und für die meisten Athleten unbekannten Piste beklagte.

"Das ist Pech. Ich bin einfach zu kurz dabei, habe hier noch kein einziges Rennen bestritten." Für Maier ist es bereits ein kleines Wunder, dass er trotz der miserablen Skiwahl bis ins Tal gekommen ist: "Ich bin von oben bis unten gerutscht, habe keinen Druck auf die Skier ausüben können. Wenn ich technisch nicht so stark wäre, wäre ich gar nicht ins Ziel gekommen." Nach Meinung von Herren-Cheftrainer Toni Giger wäre auf dem sensiblen, aggressiven Schnee in Sestriere ein Modell mit dünnen Kanten ideal gewesen. "Auf diesem Schnee musst du den Ski genau auf den Punkt tunen. Hermann hat riskiert, es war eben nicht sein Tag", meinte Giger.

Für den enttäuschten Servicemann Edi Unterberger waren diesmal viele Stunden mit Analysen, Diskussionen und Skipräparierungen "für die Fische". "Wir haben uns für die weniger aggressive Variante entschieden und uns punkto Grip in die falsche Richtung orientiert", gestand Unterberger, der nach dem Rennen ein langes Telefonat mit Maier führte.

Für den Atomic-Mann ist der Fehlgriff eine Folge der fehlenden Abfahrts-Trainingstage von Maier in diesem Winter. Den nun im Mittelpunkt der Kritik stehenden Ski hatte Unterberger extra noch am Dienstag von Atomic von Altenmarkt nach Sestriere liefern lassen - bis 4:00 Uhr morgens war dann am Material gearbeitet worden. Im Super G am Donnerstag wird man auf alt bewährtes Material zurückgreifen. Unterberger: "Keine Experimente mehr."

(apa/red)

10.3.2004 14:24