Kein Dreikampf: Fiedler will doch nicht in die Hofburg!
- Entscheidung ist endgültig
- "In Österreich ist die Unterstützung eines unabhängigen Kandidaten offenbar undenkbar"
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FORMAT: Fiedler im Vorruhestand
Nach neun Tagen Rätselraten sagte der Rechnungshof-Präsident Nein! Und Franz Fiedler bleibt bei seiner Entscheidungtritt doch nicht als 3. Kandidat im Rennen um die Hofburg anzutreten - auch für den Fall, dass ihn Jörg Haider umstimmen wolle! Seine Begründung: Die Rahmenbedingungen für eine überparteiliche Kandidatur waren nicht zur Gänze gegeben. So wollten die potenziellen Finanziers seiner Wahlkampagne ungenannt bleiben. Fiedler wiederum wollte bei seinem Antritt als 3. Hofburg-Kandidat alle seine Geldgeber offenlegen. In einer Reaktion auf Fiedlers Entscheidung meinte der Jörg Haider (F), dass er den Rechnungshof-Präsidenten überreden wolle, doch für das Präsidentenamt zu kandidieren (siehe Kasten rechts).
"Jörg Haider hat noch nicht angerufen, und ich lasse mich nicht leicht überreden. Ich habe die Entscheidung getroffen und ich stehe zu dieser Entscheidung", sagte Fiedler. Eine Unterstützung Haiders, also der FPÖ, wäre auch nicht in Einklang zu bringen mit seinem Vorsatz, als überparteilicher Kandidat antreten zu wollen.
"Enttäusche Menschen ungern"
In der "ZIB 2" am Freitag bedauerte Fiedler, dass in Österreich die Unterstützung eines unabhängigen Kandidaten für Parteien und die Wirtschaft "offenbar undenkbar" scheine. Die Österreicher sähen das nämlich anders, das habe die "Sympathiewelle aus der Bevölkerung" gezeigt, die "sehr beeindruckend" gewesen sei. Fiedler: "Diese Menschen enttäusche ich ungern".
Dass sich "mehrere Financiers" nicht deklarieren wollten, zeigt laut Fiedler, dass es für Wirtschaftstreibende nicht einfach ist, sich für einen unabhängigen Kandidaten zu engagieren. "Wir leben in einer Parteiendemokratie", vielleicht hätten Parteien zu viel Einfluss, so der RH-Präsident. Hat es Druck auf ihn gegeben? Nein, sagt Fiedler, und er würde Druck auch nicht weichen. Der ÖVP will Fiedler jedenfalls weiterhin "als Mitglied verbunden" bleiben.
Rahmenbedingungen nicht erfüllt
Fiedler führte an, "dass die von ihm vorausgesetzten Rahmenbedingungen für seine überparteiliche Kandidatur für die Wahl zum Bundespräsidenten nicht zur Gänze gegeben sind." Ausschlaggebend für seine Entscheidung war, "dass die von ihm für eine Kandidatur gestellte Bedingung auf Offenlegung der finanziellen Unterstützer und damit eine transparente Finanzierung der Wahlwerbung trotz intensiver Verhandlungen nicht vollständig erfüllt werden konnte."
Die beiden verbliebenen Kandidaten, Heinz Fischer und Benita Ferrero-Waldner, nahmen die Entscheidung Fiedlers gelassen zu Kenntnis. Fischer sagte dazu, ihn hätte eine Kandidatur Fiedlers "nicht gestört". Ferrero-Waldner erklärte kurz: "Ich akzeptiere die Entscheidung Fiedlers."
(apa/red)
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