Donnerstag, 11. März 2004

Böse Worte im Präsidenten-Kampf: ÖVP schießt sich auf Fischer ein

  • Gehrer: "Fischer ist und bleibt Parteisoldat"
  • Fuhrmann: Vergangenheit von Ferrero ist "hipp"

Nach Bildungsminister Elisabeth Gehrer ritten auch ÖVP-Generalsekretär Lopatka und die Chefin der Jungen ÖVP, Silvia Fuhrmann, scharfe Attacken gegen SPÖ-Präsidentschaftskandidat Fischer. Über Nacht die parteipolitische Vergangenheit abzulegen, eine Tarnkappe aufzusetzen und sich damit als unabhängiger Kandidat zu präsentieren, das funktioniere nicht, so Lopatka.

Umgehende Replik von SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos: "Die Nervosität beim ÖVP-Generalsekretär führt zu immer peinlicheren Ausflügen in die politische Unkultur." Der Stil des ÖVP- Wahlkampfteams sei jedenfalls "aggressiv und beleidigend".

Mehrere Blicke in die Vergangenheit Fischers hatte zuvor Lopatka angestellt: keine geeignete Reaktion habe Fischer angesichts des Massakers in Peking 1989 gezeigt. Nicht näher beleuchten wolle er die Rolle Fischers in der Nordkoreanischen Freundschaftsgesellschaft, so Lopatka. Und "nicht anständig" habe sich Fischer 1986 gegenüber Kurt Waldheim verhalten.

Lopatka bemühte zudem Aussagen von SPÖ-Vertretern. So habe etwa Ex-Finanzminister Androsch Fischer mitverantwortlich für die Wählerrückgänge für die SPÖ gemacht. Und der Finanzwissenschafter Egon Matzner habe sogar - belegt in einem Buch von Norbert Leser - einmal gesagt, Fischer habe seine Hände auch "in jedem Dreck" drinnen gehabt, sie aber immer rechtzeitig wieder herausgezogen.

Buhlen um Sympathie: Wer ist "hip"?
Fuhrman wiederum, die für Donnerstag Abend mit einem Clubbing den Startschuss der Jugend-Kampagane "Benita 4 president" ankündigte, meinte, wenn Fischer in der an Jugendliche gerichteten Homepage http://www.heifi.net überhaupt nicht auf seine parteipolitischen Ämter eingehe, meinten die Seiten-Macher wohl, das sei nicht "hipp". Ob die Vergangenheit Ferrero-Waldners "hipp" sei? Doch, meinte Fuhrmann, Ferrero-Waldner sei eine erfolgreiche Frau, sei in der Diplomatie tätig gewesen, in der UNO, sei weltoffen.
(apa)

11.3.2004 11:58