Mittwoch, 10. März 2004

Jetzt wird es ernst: Fischer startete Intensivwahlkampf

  • Auftakt seiner Österreich-Tour erfolgte im Wiener Messezentrum
  • Fischer: "Überlassen wir die Politik nicht den Egoisten!"

Kämpferisch zeigte sich SPÖ-Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer Donnerstag Abend beim Auftakt seines Intensivwahlkampfes im Wiener Congress Center. "Ich will am 25. April Bundespräsident werden." Von der Politik forderte er vor allem mehr soziale Verantwortung. "Überlassen wir die Politik nicht den Egoisten!"

Denn: eine der Stärken Österreichs sei es immer gewesen, soziale Spannungen bestmöglich auszugleichen und im Konsens der Sozialpartner dafür zu sorgen, "dass niemand unter die Räder kommt und alle am erwirtschafteten Wohlstand teilhaben". Alle müssten sich darauf besinnen, dass die 'Erfolgsstory Österreich' ohne diesen Zusammenhalt nicht möglich gewesen wäre.

Weiteres Thema der Fischer-Rede: die Neutralität. "Für mich ist die österreichische Neutralität Teil einer richtig verstandenen Friedenspolitik, und Friedenspolitik plus Neutralität müssen unverzichtbare Bestandteile der österreichischen Außenpolitik sein. " Der harte Kern der Neutralität, nämlich kein Militärbündnis einzugehen, nicht an Kriegen teilzunehmen und keine fremden Truppen in unserer Heimat zuzulassen, habe mehr als gute Dienste geleistet. Deshalb sehe er nicht den geringsten Anlass für einen Beitritt zur NATO, so Fischer.

Zum Amt des Bundespräsidenten führte der SPÖ-Kandidat aus: "Das Amt des Bundespräsidenten ist kein Amt für Amateure. Ich werde unser demokratisches System hüten wie meinen Augapfel. Dafür braucht man Erfahrung, Augenmaß und Glaubwürdigkeit. Und außerdem ist die Fähigkeit, unterschiedliche Auffassungen zusammenzuführen, notwendig." Der Bundespräsident sei "kein Reserve-Bundeskanzler und auch kein Gegen-Bundeskanzler". Er werde daher auch nicht als "Zwischenrufer vom Tag in die Politik eingreifen", kündigte Fischer an.

(apa)

10.3.2004 22:14