Mittwoch, 10. März 2004

Präsidenten-Wahl: Gehrer attackiert Fischer

  • "Fischer ist und bleibt ein Parteisoldat"
  • Zurücklegung der Parteifunktionen ist eine "vordergründige Show"

Die ÖVP eröffnet den Intensivwahlkampf für die Bundespräsidentenwahl mit einer heftigen Attacke gegen den SPÖ-Kandidaten Heinz Fischer. Im Gespräch mit der APA warf die stellvertretende ÖVP-Chefin Elisabeth Gehrer am Mittwoch Fischer eine "vordergründige Show" vor, weil er seine Parteifunktionen zurückgelegt habe. Fischer "ist und bleibt ein Parteisoldat". Da sei es ehrlicher, zu seinen Gründsätzen zu stehen, wie das die ÖVP-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner tue, sagte die Bildungsministerin.

"Fischer ist ein Links-Linker", "er ist und bleibt der SPÖ-Chefideologe", warf die stellvertretende ÖVP-Obfrau Fischer vor. Er sei auch Präsident der nordkoreanisch-österreichischen Gesellschaft. Seit 25 Jahren sei er stellvertretender SPÖ-Chef und als Chefverhandler sei er mit seinen "links-linken Vorstellungen" dafür verantwortlich gewesen, dass Verhandlungen kein Ergebnis gebracht hätten. Und nun versuche er, sich "das Mäntelchen der Überparteilichkeit" umzuhängen.

Sie trete stattdessen für Benita Ferrero-Waldner ein, "eine intelligente Frau, die mit Liebe und Leidenschaft" für Österreich arbeite, sagte Gehrer. Das habe sie auch in der Zeit der Sanktionen der EU-14 gegen Österreich bewiesen. "Wo war da Fischer, als es um Österreich gegangen ist", fragte die Bildungsministerin.

Unfairness oder einen Verstoß gegen das Fairneß-Abkommen kann Gehrer in diesen Attacken gegen Fischer nicht erkennen. Sie wolle nur darauf hinweisen, dass Ferrero-Waldner im Gegensatz zu Fischer zu ihrem Weltbild stehe. "Und sie hat in jeder Phase Österreich mit Leidenschaft und Liebe verteidigt."

Die Chance Ferrero-Waldners "steigen von Tag zu Tag", gab sich Gehrer optimistisch. Sie sei überzeugt davon, dass die Außenministern Fischer, der in den Umfragen voran liegt, noch überholen wird. Die ÖVP-Kandidatin gehe auf Menschen zu und die Menschen spürten, dass Ferrero-Waldner "für Österreich steht". "Das 21. Jahrhundert soll das Jahrhundert der Frauen sein."

Für den Fall, dass auch Rechnungshof-Präsident Franz Fieder kandidieren sollte, ist Gehrer überzeugt: "Ferrero-Waldner kann auch gegen zwei Männer bestehen." Dass die zwei Männer in die Stichwahl kommen und Ferrero-Waldner auf der Strecken bleiben könnte, ist für die stellvertretende ÖVP-Chefin "nicht möglich".

Dass ÖVP-Minister oder ÖVP-Abgeordnete Fiedler unterstützen könnten, wie das der RH-Präsident behauptet hatte, hält Gehrer für ausgeschlossen. Sie forderte ihn auf, seine Unterstützer und seine Financiers offen zu legen. Ob Fiedler nun antritt oder nicht, "ist seine Entscheidung". "Jeder ist seines Glückes Schmied." (apa)

10.3.2004 12:51