Dienstag, 9. März 2004

Start zum Präsidenten-Wahlkampf: Heinz Fischer vom SPÖ-Vorstand verabschiedet

  • Parteifunktionen mit Beginn des Intensivwahlkampfes zurückgelegt
  • Bis zur Angelobung des neuen Staatsoberhauptes bleibt Fischer Zweiter Nationalratspräsident

In herzlicher Atmosphäre und mit standing ovations ist Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer am Mittwoch aus dem SPÖ-Bundesparteivorstand verabschiedet worden. In einem Brief an Parteichef Gusenbauer teilte Fischer mit, dass er mit Beginn des Intensivwahlkampfes am kommenden Freitag seine Funktionen als stellvertretender SPÖ-Vorsitzender und als Mitglied des Bundesparteivorstandes zurücklegt.

Bei seiner Verabschiedung im Vorstand zeigte sich Fischer "unglaublich dankbar" für das Vertrauen, das die Partei in ihn gesetzt habe. Er gehe "mit voller Kraft und vollem Einsatz" in die Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. "Ich werde auch gewinnen, weil ich die besseren Argumente auf meiner Seite habe. Das steht für mich fest", gab sich Fischer siegessicher.

Der SPÖ-Kandidat verwies auf eine alte Tradition, wonach die Bundespräsidenten am Tag ihrer Wahl ihre Parteimitgliedschaft ruhend stellen. Es sei richtig, seine Parteifunktionen jetzt schon zurückzulegen, um ein zusätzliches Zeichen zu setzen, dass er sich der Überparteilichkeit verpflichtet fühle, sagte Fischer. Er wolle dokumentieren, dass die Tür zu allen Bürgern offen stehe. Fischer war seit 1964 Mitglied des Vorstandes und seit 1975 stellvertretender Parteichef.

Fischer bekannte sich dazu, dass er als Sozialdemokrat aufgewachsen sei. Er habe immer leidenschaftlich gegen Diktaturen gekämpft. Solidarität und die Bereitschaft zur Toleranz seien für ihn wichtige Prinzipien. Das Zurücklegen seiner Parteifunktionen ändere daran nichts, diesen Prinzipien fühle er sich weiter verbunden.

Als Nationalratspräsident habe er bewiesen, dass ihn seine politische Gesinnung nicht daran hindere, die verfassungsmäßige Funktion "mit größter Objektivität, Fairness und Überparteilichkeit" auszuüben. Das werde auch für das Amt des Bundespräsidenten gelten. "Ich fühle mich vorbereitet, das Amt in voller Objektivität und Überparteilichkeit auszuüben."

(apa)

9.3.2004 15:48