Samstag, 13. März 2004

Spanischer Bäcker: Wegen Trauer-Verweigerung erschossen

  • Polizist feuerte tödliche Schüsse ab - Beamter festgenommen

In der nordspanischen Stadt Pamplona hat ein Polizist einen Bäcker erschossen: Dieser hatte sich geweigert, einen Trauerflor für die Opfer der Terroranschläge von Madrid in seinem Geschäft anzubringen.

Die Frau des Polizeibeamten habe den Bäcker zunächst aufgefordert, eine schwarze Schleife zum Gedenken an die Terroropfer aufzuhängen, berichtete der Radiosender Cadena SER am Samstag. Als dieser sich geweigert habe, habe die Frau ihren Ehemann gerufen, der demnach das Feuer auf den Bäcker eröffnete.

Einer der Söhne des Bäckers soll den Angaben zufolge Mitglied einer der Untergrundorganisation ETA nahe stehenden Gruppe sein. Die ETA wird verdächtigt, hinter der Serie von Anschlägen in Madrid zu stecken, bei der mindestens 200 Menschen getötet wurden.

Der Polizist wurde festgenommen, nachdem er den Vorfall selbst telefonisch einem Polizeikommissariat gemeldet hatte.
(apa, red)

13.3.2004 18:25