Nach Anschlägen in Madrid: Viele Länder erhöhen Sicherheitsmaßnahmen
- Erhöhte Sicherheitsstufe in Frankreich
- Stärkere Kontrollen in Italien, Griechenland und Polen
·Die Welt zittert!
Anschlag auf USA zu 90% vorbereitet
·Spanien weint
11 Millionen trauern um Terror-Opfer
Zahlreiche Länder haben nach den verheerenden Bombenanschlägen in Madrid die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Eine dpa-Umfrage ergab, dass vor allem der Schutz von öffentlichen Verkehrsnetzen und Flughäfen verstärkt wird. Es gab aber auch Länder, die die Lage als unverändert einstuften und auf zusätzliche Maßnahmen verzichteten.
In Spaniens Nachbarland Frankreich wurde die Sicherheitsstufe von "gelb" auf "orange" angehoben - die zweite von insgesamt vier Alarmstufen in der französischen Terrorabwehr. Soldaten sollen die Polizei verstärken, um vor allem die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen..Zusätzlich wurden die Kontrollen an den Grenzübergängen vor allem zum südwestfranzösischen Baskenland verschärft.
Italiens Innenministerium ordnete an, die Bewachung von diplomatischen Vertretungen und Flughäfen zu verstärken. Wie Spanien gehört Italien zu den Ländern, die den Irak-Krieg der USA und Großbritanniens politisch und mit Truppen unterstützt haben. Bulgarien verstärkte die Schutzmaßnahmen um die spanische Botschaft in Sofia.
Im Olympialand 2004 Griechenland gibt es seit den Anschlägen in Madrid zusätzliche Kontrollen, vor allem in den drei U-Bahnlinien, im Bahnhof und im Flughafen Athens. Ein neues Überwachungssystem der U- Bahn-Tunnel mit 100 Kameras wurde aktiviert.
Polen verschärfte seine Grenzkontrollen und erhöhte nach Angaben von Ministerpräsident Leszek Miller die Präsenz von Polizei und Sicherheitskräften an Bahnhöfen, Häfen und "Kommunikationszentren". Polen hatte sich während des Irak-Krieges wie Spanien an die Seite der USA gestellt. Derzeit gebe es allerdings keine Hinweise auf eine erhöhte Gefährdung, sagte Miller.
In New York wurde der Schutz des U-Bahnnetzes verstärkt. Zusätzliche Polizeikräfte bewachten Bahnhöfe und andere sicherheitsrelevante Einrichtungen der Subway, berichtete Bürgermeister Michael Bloomberg. Nach New Yorker Medienberichten liegen den Behörden allerdings keine konkreten Hinweise auf geplante Anschläge vor.
Mehrere Länder verzichteten hingegen auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen. In London galt nach Angaben von Scotland Yard schon vor den Anschlägen in Madrid die zweithöchste Alarmstufe. Zentrale Gebäude wie das Parlament und der Buckingham-Palast würden rund um die Uhr scharf bewacht. Auch die Niederlande und die Türkei haben keine neuen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. In Österreich wurde der Schutz von spanischen Einrichtungen schon vor längerer Zeit verstärkt. Die Tschechen schätzen die Gefahr eines Attentats nach Angaben des Innenministeriums als unverändert ein.
Die Regierung in Berlin sieht bisher keine veränderte Sicherheitslage in Deutschland. Es gebe keine Hinweise darauf, dass andere als die baskische Untergrundorganisation ETA hinter den Anschlägen steckten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Freitag. Es gebe keine neuen Anforderungen an die deutschen Sicherheitsbehörden. Diese seien für jede Art von Bedrohung der Bürger gerüstet. (apa)
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