Freitag, 12. März 2004

Welt zittert vor neuem Terror: Anschlag auf die USA soll zu 90% vorbereitet sein!

  • Amerika igelt sich ein: Höchste Alarmstufe in New York
  • PLUS: Regierung Berlusconi befürchtet Attentate in Italien

Die El Kaida hat nach einem Bericht der arabischsprachigen Zeitung "Al Quds al Arabi" den USA mit einem neuen schweren Terroranschlag gedroht. Das Blatt meldete, die Drohung sei in dem Brief enthalten, in dem sich die Abu-Hafs-el-Masri-Brigaden als Teil der El Kaida zu den Bomben-Attentaten auf Züge und Bahnhöfe in Madrid bekannt hätten. New York verhängte zwischenzeitlich die höchste Terror-Warnstufe.

In dem Schreiben heiße es, ein großer Anschlag auf die USA sei zu "90 Prozent" vorbereitet. Die Echtheit des Briefes ist jedoch noch nicht überprüfbar.

Der Chefredakteur von "Al Quds al Arabi" sagte, die Bekennerbotschaft sei der Redaktion per E-Mail zugegangen. Eine zu El Kaida gehörende Gruppe bezeichne Spanien darin als eines der wichtigsten Mitglieder der "Allianz im Krieg gegen den Islam". Deshalb habe El Kaida nun in Madrid zugeschlagen.

Britische Fernsehsender betonten, es gebe keinen Beweis dafür, dass die Bekennerbotschaft echt sei. Spanien reagierte ebenfalls mit Zurückhaltung. Das Schreiben werde "mit äußerster Vorsicht" analysiert, teilte ein Regierungssprecher mit. Es müsse geprüft werden, ob das Schreiben überhaupt echt sei.

Abu Hafs el Masri war der Kampfname des von US-Truppen in Afghanistan getöteten Militärchefs der El Kaida. Abu Hafs hieß mit bürgerlichem Namen Mohammed Atef und war früher in Ägypten Polizist gewesen.

Regierung Berlusconi befürchtet Attentate in Italien
Nach den Anschlägen in Madrid hat die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Sicherheitsvorkehrungen noch mehr verschärft, um Attentaten auf italienischem Gebiet vorzubeugen. Wie aus Kreisen um das römische Innenministerium verlautete, seien Anschläge fundamentalistischer Zellen in Italien wegen der stark US-freundlichen Linie der römischen Regierung nicht auszuschließen. Daher wurden die Sicherheitsvorkehrungen rund um mutmaßlich gefährdete Persönlichkeiten und Einrichtungen verschärft.

Alle Einrichtungen, die in die "Schusslinie" möglicher Attentäter geraten könnten, sollten noch strenger bewacht werden, hieß es am Freitag. Über Rom kreisen Militärhubschrauber, auf Dächern um "sensible Objekte" sind Scharfschützen postiert. Dementiert wurden jedoch Gerüchte, nach denen die Geheimdienste konkrete Hinweise auf geplante Attentate in Italien erhalten hätten. Bei einem Anschlag im südirakischen Nassariya waren im November 28 Menschen ums Leben gekommen, darunter 19 italienische Soldaten.

Italien reagierte geschockt auf die Anschlagswelle in Madrid. Die spanische Botschaft in Rom wurde von Solidaritätsanrufen überflutet. Hunderte von Römern legten Blumen vor dem Sitz der Botschaft unweit der Piazza di Spagna im Herzen Roms nieder. Der Präsident der Abgeordnetenkammer, Pier Ferdinando Casini, sowie der Chef der Linksdemokraten, Piero Fassino, besuchten den spanischen Botschafter, Jose Carvajal, dem sie ihre Solidarität ausdrückten. Heute, Freitag, ist vor der Botschaft um 12 Uhr eine Solidaritätskundgebung geplant. In Venedig wurden Plakate mit Texten aufgehängt, in denen Solidarität mit den spanischen Touristen, die sich in der Lagunenstadt befinden, ausgedrückt wird.

Die Sicherheitsmaßnahmen rund um spanische Einrichtungen in Italien wurden verstärkt, ebenso wie der Polizeischutz für die spanische Botschaft, die Konsulate und die Flugverbindungen in Richtung Spanien. Speziell die Flüge der spanischen Fluggesellschaft Iberia wurden noch gründlicher kontrolliert als sonst. (apa)

12.3.2004 07:53