Doppel-Selbstmordanschlag: Bomben in Israel-Stadt Ashdod
- Al-Aksa-Brigaden und Hamas bekennen sich zu Attentat
- Sharon sagt Treffen mit Korei ab
Ein doppelter Selbstmordanschlag in der israelischen Hafenstadt Ashdod hat am Sonntag neben den beiden Attentätern mindestens zehn Todesopfer gefordert. Rund zwanzig Menschen wurden verletzt, als sich zwei jugendliche Palästinenser im Hafenareal in die Luft sprengten. Daraufhin sagte Israel ein geplantes Treffen von Ministerpräsident Ariel Sharon mit dem palästinensischen Regierungschef Ahmed Korei ab.
Den Angaben der Behörden zufolge gelang es einem der Attentäter, auf das Hafengelände vorzudringen und dort seinen Sprengsatz zu zünden. Der zweite Angreifer sei am Eingang angehalten worden und habe dann die Bombe zur Explosion gebracht. Nach den Explosionen brach ein Feuer aus. Die Opfer des Anschlages waren Beschäftigte des Hafens.
Wegen der Anschläge habe die israelische Regierung das seit langem geplante Treffen zwischen Sharon und Korei auf unbestimmte Zeit verschoben, sagte Sprecher Avi Pazner.
"Ein Treffen kann nicht inmitten terroristischer Anschläge stattfinden." Die palästinensische Autonomiebehörde müsse "beginnen, gegen den Terrorismus einzuschreiten".
Korei sagte in Ramallah, er verurteile die Tötung von Zivilisten "auf beiden Seiten". Die israelische Regierung müsse "die Schusswechsel zwischen beiden Seiten so schnell wie möglich beenden".
Später erklärten die Al-Aksa-Brigaden, sie hätten den Anschlag gemeinsam mit der Hamas verübt. Die Attentäter seien zwei 17-Jährige aus dem Flüchtlingslager Jabaliya im Gazastreifen gewesen. Beide seien Hamas-Mitglieder gewesen, die Attentate seien gemeinsam mit den Al-Aksa-Brigaden vorbereitet worden.
Sharon und Korei wollten am Dienstag zu ihrer ersten Begegnung zusammenkommen. Berater beider Regierungschefs hatten sich noch am Sonntag getroffen, um Einzelheiten zu besprechen. Ein israelischer Regierungsberater hatte schon vor den Anschlägen bekräftigt, Israel werde seine Rückzugspläne aus den palästinensischen Gebieten und die einseitige Grenzziehung weiterverfolgen, sollte das Gipfeltreffen im Sande verlaufen. Sharon hatte im vergangenen Monat angekündigt, Israel werde sich weitgehend aus dem Gazastreifen zurückziehen und die meisten Siedlungen dort auflösen.
Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, auch die Gespräche zur Vorbereitung des Gipfeltreffens der beiden Politiker seien abgesagt worden. "Die Kontakte sind unterbrochen, und der Gipfel, den wir uns für Dienstag versprochen hatten, findet nicht statt", hieß es.
Unterdessen wurde bekannt, dass die Behörden im Gazastreifen 140 Palästinenser wegen Kollaboration mit Israel festgenommen und mehrere Todesstrafen verhängt haben. Die Palästinenser hätten Israel Informationen über Anführer militanter Organisationen gegeben und damit auch bei israelischen Angriffen zur gezielten Tötung geholfen, teilten Vertreter palästinensischer Polizeibehörden. Von zehn Todesurteilen seien drei vollstreckt.
Soldaten hatten am Sonntag östlich der Stadt Gaza drei Männer erschossen, die einen 40 Kilogramm schweren Sprengsatz bei sich trugen, wie eine Armeesprecherin mitteilte. Offenbar seien sie unterwegs zu einer nahe gelegenen Siedlung gewesen. Am Vortag waren zwei bewaffnete Hamas-Mitglieder getötet worden, als sie mit Sturmgewehren und Handgranaten in die Sperrzone zu Israel eindrangen.
Ein Gericht in Gaza sprach unterdessen vier Palästinenser wegen Mangels an Beweisen frei, die wegen eines tödlichen Bombenanschlags auf einen amerikanischen Fahrzeugkonvoi angeklagt waren. Bei der Explosion einer etwa 75 Kilogramm schweren Bombe waren am 15. Oktober vergangenen Jahres drei US-Leibwächter getötet und ein vierter schwer verletzt worden.
(apa, red)
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