Donnerstag, 11. März 2004

Nach Spendenaffäre: Südkoreas Präsident vom Amt enthoben

  • Roh soll eine Million Dollar Schmiergeld erhalten haben
  • Verfassungsgericht muss prüfen ob Amtsenthebung rechtens ist

Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun ist mit sofortiger Wirkung seines Amtes behoben. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit des Parlaments hatte einem entsprechendem Antrag der Opposition zugestimmt. Das Verfassungsgericht muss binnen sechs Monaten entscheiden, ob die Amtsenthebung rechtens ist. Der 57-jährige Roh steht seit Monaten wegen einer Spendenaffäre unter Druck.

Er war 2003 mit dem Versprechen angetreten, mit der alten Politik der Schmiergeldzahlungen aufzuräumen. Im Oktober 2003 hatte er eine Vertrauensabstimmung angeboten, nachdem Vorwürfe gegen einen früheren Mitarbeiter laut geworden waren, der eine Million Dollar (820.000 Euro) Schmiergeld von einer großen südkoreanischen Firma angenommen haben soll. Die Opposition hatte stattdessen schon damals ein Amtsenthebungsverfahren gefordert. (apa)

11.3.2004 09:06