Montag, 8. März 2004

5. Prozesstag: Chefermittler spricht über Dutroux

  • Nach Jahren des Schweigens!
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Das Schwurgericht von Arlon hat seine Zeugenbefragung im Mädchenmord-Prozess gegen den mutmaßlichen Kinderschänder Marc Dutroux am Montag fortgesetzt. Mit Spannung wurde die Aussage des Untersuchungsrichters Jacques Langlois erwartet. Langlois hatte die von seinem Vorgänger verfolgten Hinweise auf pädophile Netzwerke im Hintergrund nicht weiter untersuchen lassen.

Der Chefermittler in der Dutroux-Affäre hat nach eigenen Worten ohne Eingreifen der Politik gearbeitet. "Ich war bei meiner Tätigkeit keinerlei Druck ausgesetzt - weder von Seiten der Gendarmerie noch von Seiten der Politik", sagte Untersuchungsrichter Jacques Langlois am Montag vor dem Schwurgericht von Arlon, vor dem sich der mutmaßliche Kinderschänder seit einer Woche verantworten muss.

Langlois zeigte sich überzeugt, politische Interessen stünden bei der Aufklärung der Entführung und Ermordung junger Mädchen Mitte der 90er Jahre nicht auf dem Spiel: "Es gibt hinter diesem Fall keine Staatsräson, da will ich ganz deutlich sein", sagte der Untersuchungsrichter am ersten Tag seiner Zeugenaussage.

Langlois war anders als sein Vorgänger verschiedenen Hinweisen auf einflussreiche Netzwerke hinter dem Tun des einschlägig vorbestraften Kinderschänders Marc Dutroux nicht weiter nachgegangen. Er sei für sein Vorgehen in den Medien kritisiert worden, sagte Langlois. Er habe seine Arbeit aber unabhängig und unparteiisch gemacht. (apa)

8.3.2004 09:42