Nach VP-Wahlschlappe: Kärntner Klubchef Wutte steigt aus Politik aus
- "Stehe weder für Parteiobmann noch für Regierungsfunktion zur Verfügung"
- Wahlkampfstrategie war "kapitaler Fehler"
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Der Klubobmann der Kärntner ÖVP im Landtag, Klaus Wutte, hat die Konsequenzen aus der katastrophalen Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl gezogen und steigt aus der Politik aus. "Ich stehe definitiv weder für den Parteiobmann noch für eine Regierungsfunktion zur Verfügung", sagte er. Der 44-Jährige will in die Privatwirtschaft wechseln, seine Absage an die Politik sei unumstößlich, unterstrich er.
Er habe seine Entscheidung "nach reiflicher Überlegung" getroffen, nachdem von vielen Seiten der Wunsch an ihn herangetragen worden sei, er möge am ÖVP-Parteitag im Frühjahr als Obmannkandidat antreten. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Parteiführung seien aus seiner Sicht derzeit nicht gegeben, daher komme eine Kandidatur für ihn nicht in Frage, sagte Wutte bei einem Pressegespräch in Klagenfurt.
"Ich habe meinen Entschluss Parteiobmann Georg Wurmitzer gestern mitgeteilt", unterstrich Wutte. Er scheide auch aus dem Krisenmanagement-Team der ÖVP und dem Verhandlungsteam für Parteiengespräche mit sofortiger Wirkung aus. Wer für ihn nominiert werde, wisse er nicht.
Wutte kritisiert Wahlkampfstrategie
Die Wahlkampfstrategie der Ausgrenzung von Landeshauptmann Jörg Haider (F) sei ein kapitaler Fehler der Kärntner ÖVP gewesen, unterstrich der aus der Politik scheidende Klubchef Klaus Wutte am Donnerstag. Dies sei jedoch nicht als Kritik an einzelnen Personen zu verstehen, sondern auf Grund des Wahlergebnisses evident. Wutte empfahl seiner Partei eine Neuorientierung: "Die ÖVP muss wissen, was sie will und mit wem sie will."
Die jetzt von vielen Seiten formulierten Anforderungen an einen neuen ÖVP-Obmann würden einen "Wunderwuzzi" nötig machen, meinte Wutte, ein solcher sei jedoch weit und breit nicht in Sicht. Die Frage sei nun, ob man den "Abenteuerkurs" der vergangenen Monate fortsetzen wolle: "Wir haben in der Vergangenheit ja recht beachtliche Experimentierfreude bewiesen, wenn ich an die kurze Lexer-Ära denke." Wutte bezog sich dabei auf die überraschende Kür Reinhold Lexers zum Parteiobmann im Sommer 1999 nach der Wahlniederlage von Landeshauptmann Christof Zernatto.
In den vergangenen Jahren habe sich die ÖVP stabilisiert und sei konsequent bei 20 Prozent und darüber gelegen. Nun müsse Geschlossenheit und Disziplin an den Tag gelegt werden, damit ein neuer Obmann erfolgreiche Arbeit leisten könne. Wen er persönlich als Parteichef empfehlen würde, wollte Wutte nicht sagen. Vorwürfe, er sei für die Wahlniederlage, die in seiner politischen Heimat Klagenfurt besonders heftig ausgefallen ist, mit verantwortlich, wies der scheidende Klubchef zurück: "Ich war in die Planung nicht eingebunden, ich lasse nicht zu, dass mir jetzt Mitverantwortung zugewiesen wird." Er habe nicht einmal von dem Plakat gewusst, das ihn gemeinsam mit Spitzenkandidatin Elisabeth Scheucher gezeigt habe.
Wutte, der am 26. August 1959 in Klagenfurt geboren wurde, hatte seine Politkarriere 1989 als Landesgeschäftsführer gestartet, als Christof Zernatto den damaligen ÖVP-Landesobmann Harald Scheucher beerbte. 1994, als Zernatto zum zweiten Mal Landeshauptmann wurde, zog Wutte in den Kärntner Landtag ein, wo er als Vorsitzender des Kontrollausschusses agierte. Im April 1997 wurde er Dritter Präsident des Landesparlaments, diese Funktion verlor er mit der Wahlniederlage der ÖVP bei der Landtagswahl 1999 wieder.
Wutte, verheiratet, promovierte 1981 in Graz als Jurist, bis 1984 war er Assistent am Institut für Verfassungsrecht und Staatslehre an der Universität Graz. Von 1984 bis 1989 fungierte er als Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Kärnten, von 1996 bis 1998 als Geschäftsführer des Kärntner Siedlungswerkes. Über seine berufliche Zukunft schwieg sich Wutte am Donnerstag aus, eine Rückkehr in die Wirtschaftskammer oder einen Job in einer Landesgesellschaft schloss er jedoch definitiv aus. (apa/red)
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