Nach Parteivorstand: Für Gehrer ist "Trauerarbeit beendet"
- Schüssel: "Keinerlei Schuldzuweisungen" im VP-Vorstand
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Die ÖVP habe mit dem Bundesparteivorstand am Mittwoch ihre "Trauerarbeit" nach den Wahlniederlagen bei den Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten beendet, erklärte die stellvertretende Parteichefin Eilsabeth Gehrer gegenüber der APA. Jetzt heiße es "volle Kraft voraus, mit vollem Elan in den Präsidentschafts-Wahlkampf".
Man habe sich im Vorstand auch mit den Kritikern, wie etwa mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, ausgesprochen. Die Ländervertreter hätten die Entwicklungen geschildert, berichtete die Bildungsministerin. Und nun gehe es "in voller Harmonie in Richtung erster Bundespräsidentin in Österreich", kündigte Gehrer die volle Unterstützung der ÖVP für Benita Ferrero-Waldner an.
Man müsse aus den Niederlagen lernen. Es sei nicht schlimm, wenn man einmal hinfalle, aber man müsse sofort aufstehen und weiter laufen.
Schüssel: "Keine Schuldzuweisungen"
"Keinerlei Schuldzuweisungen" hat es laut Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im ÖVP-Parteivorstand nach dem schlechten Abschneiden bei den Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg gegeben. Man habe eine "freundschaftliche Analyse" durchgeführt, so der Kanzler bei einer Pressekonferenz. VP-Generalsekretär Reinhold Lopatka kündigte eine Intensivierung der Wahlkampf-Aktivitäten für Präsidentschafts-Kandidatin Benita Ferrero-Waldner an.
Ob wie von Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber angekündigt, "Tacheles" geredet worden sei? Schüssel: Man habe eine "freundschaftliche und konstruktive Diskussion" geführt. Den Landesparteichefs von Kärnten und Salzburg, Georg Wurmitzer und Franz Schausberger, habe man für ihre Arbeit "herzlich gedankt". Beide hatten bereits angekündigt, die Parteiführung in ihren Ländern abzutreten. Über personelle Konsequenzen sei "überhaupt nicht" gesprochen worden, versicherte Schüssel. Vom Verzicht Elisabeth Scheuchers auf ihr Kärntner Landtags-Mandat sei er noch nicht informiert gewesen. Das sei ihre "persönliche Entscheidung, die zu respektieren ist".
Freiheitliche wollen "durchstarten"
Bessere Stimmung herrscht bei den Freiheitlichen, die sich nach ihrem Wahltriumph in Kärnten einigermaßen entspannt zurücklehnen konnten. So werden auch die starken Einbußen in Salzburg milde gesehen. Die geschäftsführende Parteiobfrau Ursula Haubner stellte sich am Dienstag demonstrativ hinter Landesobmann Karl Schnell. Man werde die Wahl analysieren und dann die "Ärmel aufkrempeln und durchstarten".
SPÖ durfte feiern
Im SPÖ-Bundesparteivorstand sind am Mittwoch die beiden Landesparteichefs Gabi Burgstaller (Salzburg) und Peter Ambrozy (Kärnten) für ihre Wahlerfolge vom Sonntag gefeiert worden. Burgstaller erntete von ihren Parteikollegen standing ovations. Ambrozy gratulierte ihr mit einem Küsschen. Demonstrativen Applaus bekam aber auch der Kärntner SPÖ-Chef für seinen Zuwachs von fünf Prozentpunkten, auch wenn die SPÖ damit in Kärnten nur Zweiter hinter der FPÖ geworden ist. Die Forderung des Wolfsberger Bürgermeisters Gerhard Seifried nach einem Rücktritt Ambrozys wurde dabei mit keinem Wort erwähnt.
Grüne feierten
Bereits am Dienstag wurde bei den Grünen gefeiert. "So einen Wahlsonntag würde er sich jedes Mal wünschen", erklärte Bundessprecher Alexander Van der Bellen nach dem Vorstand. Seine Gefühle seien auch in Salzburg zu 95 Prozent befriedigt - und das trotz des Verfehlens der angepeilten Klubstärke. Immerhin habe man aber das bisher beste Ergebnis der Landespartei eingefahren. Die Option Rot-Grün in Salzburg ist für Van der Bellen übrigens weiter aufrecht.
(apa, red)
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