Dienstag, 9. März 2004

FPÖ-Vorsitz: Gorbach hielte Haider-Ausgrenzung für "Selbstmord"

  • Einen Gewinner auszugrenzen wäre verfehlte Politik
  • PLUS MITSTIMMEN: Soll Haider wieder FP-Chef werden?

Der Wahlerfolg Jörg Haiders in Kärnten nährt Spekulationen, wonach dieser nun auch die Geschäfte der Bundespartei übernehmen könnte. "Das ist möglich, aber nicht zwingend notwendig", sagt Vizekanzler Hubert Gorbach in einem Interview. Haider auszugrenzen, wäre "nicht nur verfehlte Politik, sondern käme geradezu politischem Selbstmord gleich".

FPÖ-Obmann Herbert Haupt erklärt seit Tagen, personellen Überlegungen würde der Bundesparteitag im Herbst anstellen. Fest stehe, dass Haider nun fünf weitere Jahre Kärntner Landeshauptmann sein werde.

Gorbach meint in den VN, "das hängt von Gesprächen, Beratungen und strategischen Überlegungen ab, die auch von ihm (Haider) ausgehen müssen". Sprich, der Beschluss der Vorarlberger FPÖ, wonach Haider auf Bundesebene keine Funktion mehr übernehmen sollte, ist nicht mehr aufrecht? Die Landesgruppe, die er nach wie vor führt, habe (im Herbst 2002) aus der damaligen Sicht reagiert, erklärt Gorbach. Jetzt, eineinhalb Jahre später, könne man nicht so tun, als habe sich nichts verändert: "Jemanden, der in dieser Situation dazu gewinnt, womöglich auszugrenzen, das wäre nicht nur verfehlte Politik, sondern käme geradezu politischem Selbstmord gleich ."

Gehrer kündigte an, dass man die Wahlergebnisse, die "eine Enttäuschung" seien, sehr genau analysieren werde. An den Reformmaßnahmen werde man festhalten. "Vielleicht muss man die Menschen (aber) noch mehr dafür gewinnen." (apa)

9.3.2004 09:48