Sonntag, 14. März 2004

Seifried in "profil": "Karawankenbär hat mich ein bisserl angeknabbert"

  • Wolfsbergs SPÖ-Bürgermeister hält Rücktrittsaufforderung an Kärntens SP-Chef Ambrozy aufrecht
  • Haider sollte man mit seinen eigenen Waffen schlagen

In einem Interview in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" bekräftigt Gerhard Seifried, SPÖ-Bürgermeister von Wolfsberg, seine bisher geäußerte Meinung, dass Peter Ambrozy und das Kärntner SPÖ-Präsidium zurücktreten sollten: "Peter Ambrozy ist ein Mensch mit vielen Qualitäten. Aber eine hat er sicher nicht: geboren zu sein, um zu gewinnen."

Seinen "Karawanken-Bären"-Sager verteidigt Seifried: "Das ist ein durchaus sympathisches Wesen. Es lag mir wirklich fern, jemanden herunterzumachen." Zur Kritik an seiner Wortwahl merkt Seifried an: "Der 'Karawankenbär' hat mich mit Sicherheit nicht aufgefressen, er hat mich vielleicht ein bisserl angeknabbert."

Auf die Frage, warum er seine Vorschläge nicht in den Parteigremien vorbringe, antwortet Seifried: "Ich war in diesen Parteigremien, habe meine Anliegen dort vorgebracht und bin weitgehend auf Unverständnis gestoßen. Und wenn man zu nahe an diesen Charakteren dran ist, besteht die Gefahr, dass man wird wie sie. Dass man mitwirkt an einem Versteinerungsprozess, den man stoppen möchte." In der SPÖ würden sich jetzt wieder die alten Kräfte "aneinanderkuscheln".

Über Jörg Haider meint Seifried: "Man soll Haider nicht jeden Tag verteufeln, sondern den Fehdehandschuh aufnehmen." Man sollte ihn "mit seinen eigenen Waffen schlagen". Seifried: "Da gehört natürlich auch eine Prise Populismus dazu - aber man darf dabei sein Grundsätze nicht verraten."

Ob er selbst einmal Kärntner Landeshauptmann werden möchte? Seifried: "Das kommt auf einen zu, das muss man abwarten können."

(profil)

14.3.2004 09:27