Kriminalität: Straftaten steigen in Österreich weiter
- Besonders in Niederösterreich deutlicher Anstieg
- Innenministerium über Aufklärungsquote in Wien erfreut
In den ersten beiden Monaten des Jahres 2004 sind mehr als 100.000 Straftaten angezeigt worden. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 von 6,5 Prozent, wie aus der monatlichen Kriminalstatistik des Innenministeriums zu entnehmen ist. Gestiegen ist aber auch die Aufklärungsquote: von 37,9 um 0,2 Prozent auf 38,1 Prozent.
Als "besonders erfreulich" bezeichnete das Innenministerium die Steigerung der Aufklärungsquote in Wien um 1,36 Prozent. Damit wurden in der Bundeshauptstadt im Jänner und Februar 26,56 Prozent aller angezeigten Straftaten auch aufgeklärt. Innenminister Strasser sprach von einem wichtigen Zeichen "für die erfolgreiche Restrukturierung der österreichischen Exekutive". Der Minister weiter: "Ich will nicht von einer Trendumkehr sprechen, aber es geht in die richtige Richtung."
Erschüttert zeigten sich die niederösterreichische SPÖ über die Entwicklung in ihrem Bundesland. Niederösterreich habe "endgültig die unrühmliche Spitzenposition aller Bundesländer erreicht", verwies Klubobmann Weninger auf die Steigerung von 20,1 Prozent bei den bekannt gewordenen Fällen im Vergleich mit 2003. Der SPÖ-Politiker sieht die unerfreuliche Entwicklung durch Personalabbau und Sparmaßnahmen bei der Exekutive begründet.
Ähnlich argumentierten die Grünen: "Die politische Verantwortung für die steigende Kriminalität in Niederösterreich trägt die ÖVP", kommentierte die NÖ-Klubobfrau Petrovic die vorliegende Statistik. Die Volkspartei habe "längst fällige Reformen der Exekutive verhindert". ÖVP-Landesgeschäftsführer Karner reagierte lediglich mit der Feststellung, dass der Grenzschutz nach dem 1. Mai weiter verstärkt werden müsse.
(apa)
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