Dienstag, 9. März 2004

Jetzt doch: Semesterferien 2005 finden wie geplant statt

  • Wien und Niederösterreich planen keine Vorverlegung
  • Letzter Strohhalm Änderung des Schulzeitgesetzes

Die Semesterferien 2005 werden in Wien und Niederösterreich wie geplant von 7. bis 12. Februar stattfinden. Dies haben die beiden Landesschulräte sowie Bildungsministerin Elisabeth Gehrer am Dienstag klar gestellt.

In den vergangenen Wochen hatten Tourismusvertreter aus den westlichen Bundesländern unter Verweis auf das Zusammenfallen der Semesterferien in Wien und Niederösterreich mit jenen in fünf deutschen Bundesländern, Holland, Belgien und Frankreich eine Verlegung gefordert. Letzte Hoffnung der Touristiker ist eine Änderung des Schulzeitgesetzes im Nationalrat.

"Die Verlegung der Semesterferien bedarf eines Antrags der betroffenen Länder, im konkreten Fall von Wien und Niederösterreich", betonte das Bildungsministerium in einer Aussendung am Dienstag. Einen solchen habe es aber bisher nicht gegeben.

Auch der Wunsch in den beiden Bundesländern nach einer Verlegung dürfte nicht allzu groß sein. "Wenn die Wiener Wirtschaftskammer oder die Eltern an uns herangetreten wären, hätten wir uns natürlich damit auseinander gesetzt", meinte die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) gegenüber der APA. Viele Eltern hätten aber gesagt, dass sie bereits jetzt für das nächste Jahr gebucht hätten, und auch die Wiener Wirtschaft sei wegen der vielen bereits fixierten Bälle in der Bundeshauptstadt gegen eine Verschiebung.

Ähnlich äußerte man sich im niederösterreichischen Landesschulrat: Es wäre pädagogisch nicht sehr sinnvoll, die Zeit zwischen Weihnachten und Semesterferien weiter zu verkürzen. Nach den Weihnachtsferien bräuchten die Schüler eine gewisse Zeit, um sich wieder einzuarbeiten, hieß es auf Anfrage der APA. Auch die Eltern hätten kein Problem mit der derzeitigen Regelung. "Absolut nicht denkbar" wäre eine Abkopplung der Ferien in Wien und Niederösterreich. Detail am Rande: Gemäß einer Erhebung fahren nur zehn bis 15 Prozent der Schüler in Niederösterreich auf Skiurlaub in den Westen.

Die Regelung mit der gestaffelten Durchführung der Ferien gilt seit 1995, abweichende Termine sind seit einer Novelle des Schulzeitgesetzes 1998 nur in sehr eingeschränktem Umfang erlaubt. Das Ministerium kann in Folge gleich lautender Anträge eines Bundeslands und des betreffenden Landesschulrats aus fremdenverkehrspolitischen Gründen den Beginn der Semesterferien in diesem Bundesland mittels Verordnung um eine Woche verlegen (nötig ist also ein Antrag Wiens bzw. Niederösterreichs, Anm.). Allerdings dürfen diesem Anliegen verkehrspolitische Gründe oder überregionale Interessen nicht entgegen stehen.

Außerdem gibt es zur Abstimmung der unterschiedlichen Interessenlagen zwischen Wirtschaft, Familien und Pädagogik eine lange Vorlaufzeit: Eine entsprechende Verordnung muss laut Gesetzestext schon vor Beginn jenes Kalenderjahres erlassen werden, das den Semesterferien vorangeht - im Fall der Semesterferien 2005 also bereits vor Beginn des Jahres 2004.

Diese Regelung ist von den Touristikern "verschlafen" worden. Letzte Hoffnung ist nun eine Änderung des Schulzeitgesetzes im Nationalrat, für die eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig ist. SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser stellte dafür die Unterstützung seiner Partei in Aussicht: Voraussetzung sei aber ein vernünftiger Vorschlag von ÖVP und FPÖ noch im März, so Niederwieser in einer Aussendung. "Unabdingbar" wären aber vier Wochen Abstand zwischen Weihnachts- und Semesterferien (was 2005 eine Vorverlegung nicht möglich machen würde, Anm.) sowie zwischen Semester- und Osterferien. (apa)

9.3.2004 12:29