Safaripark Gänserndorf: Triste Aussichten für baldigen Betrieb
- Acht Millionen Euro angemeldete Forderungen
- Inventar und Tiere werden geschätzt
Die aktuelle Situation rund um den Safaripark Gänserndorf gibt wenig Anlass zur Hoffnung, dass der ehemalige Tourismusmagnet im Marchfeld in Niederösterreich bald wieder in Betrieb geht. "Es wird sinnvoll sein, den Park in Bausch und Bogen zu veräußern", zog Michael Schütz vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV) im APA-Gespräch eine triste Zwischenbilanz. Die angemeldeten Forderungen betragen mittlerweile acht Millionen Euro. Derzeit wird das Inventar von Gutachtern geschätzt, die Tiere sind nach ersten Berechnungen rund 250.000 Euro "wert".
"Es gibt zwar einen Interessenten, der den Safaripark kaufen möchte, aber der weiß ja auch noch nicht, wie viel er dafür bezahlen wird müssen", so Schütz. "Wahrscheinlich sind aber die Entsorgungskosten höher als der tatsächliche Wert des Inventars." Sollte dieser eine Interessent abspringen, wird man die Tiere "separiert verkaufen müssen", schätzt der Konkurs-Experte des KSV. Auch diesbezüglich habe sich bereits ein Zoo-Tierhändler aus dem Ausland gemeldet. Wenn auch dieser sein Angebot zurückziehen sollte, bliebe laut Schütz nur noch die Möglichkeit, die Tiere auf verschiedene Zoos aufzuteilen.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass im April wieder aufgesperrt wird. Man bräuchte ja schon allein 1,5 Mio. Euro um das Unternehmen zu entschulden." Das größte Problem sei, so Schütz, dass man "nicht einfach zusperren" könne, weil man ja Tiere zu versorgen hätte. "Aber man darf die Dienstnehmer nicht vergessen - die müssen auch entsprechend behandelt werden." Die verbliebenen Mitarbeiter im Safaripark warten nämlich schon wieder auf die Auszahlung ihrer Löhne und Gehälter. Für Schütz scheint es also gut vorstellbar, dass auch diese bald "den Hut drauf hauen" könnten. (apa)
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