Dienstag, 9. März 2004

Brustkrebs: 500 Tote pro Jahr weniger möglich!

  • Früherkennungsprogramm würde jährlich 22 Mio. Euro kosten
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Rund 4.500 Frauen erkranken jedes Jahr in Österreich an Brustkrebs. Die Zahl der Todesopfer beträgt jährlich etwa 1.600. Mehr als 500 dieser Frauen könnten jedoch gerettet werden, wenn es ein nationales Früherkennungsprogramm gäbe. Das geht aus einem neuen Bericht des Österreichischen Bundesinstituts für Gesundheitswesen (ÖBIG) hervor. Die Kosten würden pro Jahr rund 22 Millionen Euro betragen.

"Mammographie Screening Austria" heißt der Titel des Reports im Auftrag des Gesundheitsministeriums, der vor wenigen Wochen erschienen ist. Laut den Autoren laufen gegenwärtig in allen EU- Staaten der EU - mit Ausnahme Österreichs - "systematische Screeningprogramme auf nationaler oder regionaler Ebene".

Das Ziel eines solchen Brustkrebs-Früherkennungs-Programmes müsste laut ÖBIG die Früherkennung von Karzinomen in einem metastasenfreien Stadium, die Senkung der Brustkrebssterblichkeit um 30 bis 35 Prozent und die Verbesserung der Lebensbedingungen der von Brustkrebs betroffenen Frauen sein. Im Rahmen eines solchen Programms sollten sich alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre einer Mammographie unterziehen.

Potenziell müsste pro Jahr von rund 464.000 Teilnehmerinnen an dem Programm in Österreich ausgegangen werden. Bei einem Anteil der wirklich zur Untersuchung gehenden Frauen wäre für das Jahr 2003 mit 325.000 Personen rechnen. Die Zahl würde sich allerdings durch die Entwicklung der Alterspyramide bis zum Jahr 2021 um rund 30 Prozent erhöhen.

Allerdings wäre laut den Experten vom ÖBIG ein solches System in Österreich derzeit nicht realisierbar: "Im österreichischen Gesundheitswesen fehlen wesentliche Grundvoraussetzungen für ein qualitätsunterstütztes Screeningprogramm." Die Kosten eines effizienten Vorsorgeprogramms würden rund 21,619.300 Euro pro Jahr betragen. (apa)

9.3.2004 10:15