Montag, 8. März 2004

Frauentag: Ruf nach Gleichberechtigung

  • Quer durch Österreich Forderungen nach mehr Gerechtigkeit für Frauen
  • ÖAAB-Brinek will mehr Männer in Pflichtschulen sehen

Am Montag wurde der "Internationale Frauentag" gefeiert. Allerdings vor dem Hintergrund noch immer existierender Benachteiligungen für Frauen im täglichen Leben. Unter anderem haben Frauen im Schnitt etwa 33 Prozent weniger Gehalt als Männer.

In Österreich meldeten sich die SPÖ-Frauen, SPÖ-Präsidentschaftskandidat Fischer und die freiheitlichen Frauen zu Wort.

Die FPÖ-Frauen rückten die Forderung nach frauenspezifischen Gesundheits-Konzepten in den Mittelpunkt. Staatssekretärin Haubner gab ihrer Überzeugung Ausdruck, wonach "Medizin fast ausschließlich männer-orientiert" sei.

Hofburg-Kandidat Fischer konzentrierte sich in seinen Ausführungen zum Frauentag auf die rechtliche Komponente. Als Beispiel nannte er ein einklagbares Recht auf Gleichberechtigung.

Auch die SPÖ-Frauenvorsitzende Prammer wünscht sich eine verfassungsrechtlich garantierte Verpflichtung zur Gleichstellung der Geschlechter. Die SPÖ veranstaltete auch eine Demo auf dem Ballhausplatz. Auf Transparenten war etwa zu lesen: "Frauen-Ministerin Rauch-Kallat, wo bleibt die Stimme der Frauenministerin?"

Diese stellte bereits am Sonntag eine Forderung vor. Um Frauenpensionen zu verbessern, will Rauch-Kallat eine Teilung der Pensionsansprüche zwischen Frauen, die Kinder erziehen, und den Männern, die in dieser Zeit weiter im Berufsleben bleiben.

Die Arbeiterkammer will indes mehr Frauen in der Wirtschaft sehen.

Abweichung: Männer in Pflichtschulen?
Etwas unerwartet fiel die Forderung von ÖAAB-Vorsitzender Gertrude Brinek ausgerechnet zum Frauentag aus. Unter dem Aspekt der Gleichberechtigung tritt sie nämlich für eine Bevorzugung von Männern bei der Anstellung in Pflichtschulen ein. Scharfe Kritik der SPÖ ließ nicht lange auf sich warten.
(apa, red)

8.3.2004 15:55