Fehleinschätzung: Österreichs Autofahrer besser, als sie glauben
- Jeder Zweite glaubt, er würde die Führerschein-Prüfung nicht nochmal bestehen
- Aber: 2/3 der Österreicher würden erneut "durchkommen"
·Warnjacken
Italien: Auch für Österreicher Pflicht
Österreichs Autofahrer sind viel besser, als sie glauben. Das ergab eine von ÖAMTC und Ö3 veröffentlichte Umfrage. Jeder Zweite hatte gemeint, er würde bei einer neuerlichen Führerscheinprüfung durchfallen. Die exemplarischen Fragen zu Verkehrszeichen, Verkehrsrecht, Fahrzeugtechnik und Fahrzeugverhalten konnten aber knapp zwei Drittel richtig beantworten.
Die Umfrage ergab weiters, dass das Autofahren für die Österreicher eine Angelegenheit zwischen "Lust und Frust" sei, so ÖAMTC-Marktforscherin Eva Lackner. ÖAMTC und Ö3 haben erhoben, dass ein Viertel der Befragten mindestens einmal im Monat eine gefährliche Situation mit dem Auto erlebt. Die größten Sorgen bereiten den Österreichern rücksichtslose Autofahrer und "Drängler", aber auch schlechte Fahrbahn- und Wetterbedingungen. Dagegen fühlen sich die heimischen Lenker bei Fahrten auf Autobahnen und damit im hohen Geschwindigkeitsbereich relativ sicher. Für ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer ein Ergebnis, das die psychologische Komponente ins Spiel bringt: "Offensichtlich wird's auf Autobahnen erst dann gefährlich, wenn einer Zweiter oder Dritter dazu kommt." Man müsse überlegen, ob eine psychologische Schulung bereits in die zweite Stufe des Mehrphasen-Führerscheins passe.
Dass rund 98 Prozent der Befragten Angst vor der Theorie-Prüfung hätten, sieht Hoffer als Auftrag, das Fahren im Rahmen der Führerscheinprüfung zu einer "ernsthaften Hürde" zu machen. "Es darf nicht genügen, drei Mal im Kreis zu fahren." Das Ergebnis der Umfrage bestätige außerdem, so Hoffer, die Sinnhaftigkeit der Einführung des Mehrphasen-Führerscheins im Jahr 2003. Seither ist nach der Führerscheinprüfung eine zweite Ausbildungsphase mit Perfektionsfahrten und einem Fahrsicherheitstraining vorgeschrieben. Ziel sei es, die hohe Zahl von jährlich mehr als 17.600 verunglückten jungen Menschen bis 24 Jahre zu verringern. Hoffer: "Wir müssen den Jugendlichen immer wieder vor Augen führen, sich nicht selbst zu überschätzen." (apa)
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