Mittwoch, 3. März 2004

EXKLUSIV: "Ich bin bereit"

  • Franz Fielder kündigt in NEWS seine Hofburg Kandidatur an
  • Das Interview: Die Gründe für seine Kandidatur

Franz Fiedler ist ein ernster, penibler, zurückhaltender Mensch. Jedenfalls keiner, der Jux und Tollerei zu seiner Lebensmaxime erhoben hätte.

Wenn Rechnungshofpräsident Franz Fiedler also etwas zu sagen hat, dann meint er es auch genau so, wie er es sagt. Montag dieser Woche, Nachmittag, um 14 Uhr im Rechnungshof. Franz Fiedler hat etwas zu sagen. „Ja. Ich stehe zur Verfügung.“ Mit diesen Worten eröffnet er das Gespräch mit NEWS, dessen Inhalt sich einzig und allein um Fiedlers Kandidatur bei der bevorstehenden Bundespräsidentenwahl dreht.

Der Rechnungshofpräsident packt die politische Überraschung des Jahres in knappe, trockene Worte: „Es sind ernste Gespräche geführt worden, ich bin grundsätzlich zur Kandidatur bereit. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es sich bei jener Seite, die an mich herangetreten ist, um durchaus ernst gemeinte Ambitionen handelt.“

Stichwahl am 16. Mai.
Damit erlebt der bisher eher lau geführte Präsidentschaftswahlkampf unmittelbar vor den für die Regierung so entscheidenden Landtagswahlen in Kärnten und Salzburg eine dramatische Wende. Und eines steht bereits jetzt fest: Konnte man bisher davon ausgehen, dass die Wahl am 25. April entschieden sein wird, ist jetzt ein zweiter Wahlsonntag nötig: Die Stichwahl würde am 16. Mai stattfinden. Wohl zum Missfallen der bisherigen Kandidaten Heinz Fischer und Benita Ferrero-Waldner betritt mit Franz Fiedler ein Kandidat die politische Bühne, dem Insider mehr zutrauen, als nur eine Stichwahl zu erzwingen.
Die – derzeit noch anonyme – Plattform, die Fiedlers Kandidatur ermöglichen will, hat ihre Vorarbeiten nahezu abgeschlossen. Mit einem Budget von vorerst vier Millionen Euro will man bis zum ersten Wahlgang das Auslangen finden. Ein Insider dieser Gruppe: „Fischer und Ferrero haben für den gesamten Wahlkampf auch nicht mehr Geld zur Verfügung – nur haben die im Gegensatz zu Fiedler schon substanziell Mittel verbraucht.“

Botschaft: Der Unabhängige.
Das Kalkül der Fiedler-Freunde: ein kurzer, dafür aber umso intensiverer Wahlkampf, in dessen Zentrum der „einzig unabhängige“ Kandidat stehen soll.

  • Fiedler, der oberste Kontrollor der Republik, dessen zwölfjährige Tätigkeit als Rechnungshofpräsident von allen Seiten wegen seiner Unnachgiebigkeit beim Aufdecken von Missständen und seiner Äquidistanz zu sämtlichen politischen Parteien – trotz seiner früheren Tätigkeit als Klubsekretär der ÖVP – gelobt wurde;
  • Fiedler, Österreichs wichtigster Reformer, der als Vorsitzender des Verfassungskonvents „der erste Kämpfer für ein effizientes und schlankes Österreich“ ist.
  • Fiedler „als Ansage gegen das herrschende System“. Ein System, aus dem er zwar selbst komme – auf dessen nötige Veränderung er aber im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern „glaubhaft“ hinarbeiten könne.
  • Nicht zuletzt wird darauf verwiesen, dass Fiedler 1992 gegen den offiziellen Willen der SP/VP-Koalition mit den Stimmen der FPÖ zum Rechnungshofpräsidenten bestellt wurde.
  • Dazu kommt, dass sich Fiedler in seiner Rechnungshof-Arbeit zu keinem Zeitpunkt zu „Dank“ an seine Macher oder an irgendeine politische Partei verpflichtet sah. Im Gegenteil: Wenn Fiedlers Prüfer ausrückten, taten sie das immer ohne parteipolitische Rücksichtnahme. Aktuelles Beispiel: die von Fiedler gegen den Widerstand der Regierung angesetzte Prüfung jenes Vereines, der die umstrittene Grasser-Homepage zu verantworten hat. Bezeichnender Kommentar eines führenden ÖVP-Politikers: „Ich weiß nicht, was der Franz will.“ Jetzt wird er es wohl zu wissen glauben.

    Die ganze Story und das Interview lesen Sie im neuen NEWS

    3.3.2004 18:32